Auf unserer
gemeinsamen Demonstration gegen Kreuzfahrten waren am Samstag 300 Menschen trotz medialer Eskalationsankündigungen im Vorfeld. Dass die Demonstration so erfolgreich war, dass Reisebüros schon im Vorfeld die Werbung für Kreuzfahrten aus ihrer Auslage entfernen oder über Kreuzfahrten im allgemeinen und die Sicherung der Schiffe gesprochen würde, hat mit Sicherheit mit der Blockade der Zuiderdam Anfang Juni zu tun. Die Initiative gegen Kreuzfahrten hat zur medialen Aufarbeitung hier eine Einschätzung geschrieben.
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Zukünftige Kreuzfahrt-Blockaden
Der Kieler Seehafen hat aus Angst vor weiteren Blockaden beschlossen keine Anlauftermine mehr zu veröffentlichen. Deswegen müssen wir das jetzt übernehmen. 😉
Im Übrigen sind eh alle größeren Schiffe dazu verpflichtet ihren Standort zu tracken. Hier könnt ihr einsehen, ob euer bevorzugtes Schiff auch wirklich auf dem Weg ist.
So wirklich durchdacht haben die beim Port of Kiel das nicht. Momentan findet man noch sämtliche Termine auf deren Homepage. Die Version vom 02.07. ist hier. Und keine Sorge: Die haben wir auch schon gespeichert – bereit zur Wiederveröffentlichung sobald der Hafen dieses Missgeschick bemerkt. 😛
Hier die Liste zukünftiger Blockaden der Kreuzfahrtschiffe in Kiel
Stand: 14.05.2019 Weiterlesen
Kreuzfahrt – Nein Danke! – Demo am Samstag
Mit einer Hochhauskleinstadt in See stechen, bei laufendem Motor für Tausende von Menschen ankern, überfallsartig kleine Inseln und Küstenstädte überfallen, Müllberge produzieren und am Ende eine zerschundene Landschaft zurücklassen. Bedient und umsorgt von Menschen ohne Arbeitsschutz, die meist für einen Hungerlohn arbeiten.
Und demnächst alles mit grünem Deckmäntelchen:
Landstromversorgung, vom deutschen Steuerzahler subventioniert, soll die Feinstaubbelastung in Kiel mindern, aber auf freier See geht es weiter wie bisher und führt zu dunklen Ablagerungen auf dem arktischen Eis, was den Klimawandel anheizt.
LNG – Gas statt Schiffsdiesel als Kraftstoff – ist kaum klimafreundlicher: Meist kommt Fracking-Gas zur Verwendung, dessen Förderung zur Verwüstung weiter Landstriche Nordamerikas führt. Zudem ist der Transport durch die notwendige Verflüssigung sehr energieaufwändig. Und auch Gas ist ein fossiler Treibstoff, der schon in wenigen Jahren kaum noch Verwendung finden darf, wenn wir die Klimaziele 2035 erreichen wollen. Doch gasbetriebene Schiffe, die heute in den Auftragsbüchern stehen, sollen auch noch Gewinn einfahren, d.h. müssen über viele Jahre in Betrieb bleiben. Und ist erst einmal das LNG-Terminal in Brunsbüttel bewilligt, so wird auch hier keine Kehrtwende in den nächsten Jahren zu erwarten sein.
All das darf nicht sein und deswegen gehen wir am 13.6.19 erneut auf die Straße und wollen den Kieler*innen, den Besucher*innen, der Politik und der Wirtschaft zeigen, dass Kreuzfahrt unvereinbar mit der Ausrufung des Klimanotstandes ist, dass kein Mensch sich das Recht nehmen darf, die Lebensgrundlagen von jetzt schon Benachteiligten auf dieser Welt weiter zu zerstören.
Samstag, 13.7. ab 13 Uhr auf dem Platz der Matrosen (Hauptbahnhof)
Abschlusskundgebung ab ca 15.30 Uhr am Ostseekai
Anti-Repressions-Treffen zur Autofrei-Blockade
In der letzten Woche sind die ersten Briefe wegen der Autofrei-Blockade angekommen. Wir möchten alle Blockade-Beteiligten zu einem gemeinsamen Treffen einladen. Willkommen sind auch alle, die zwar nicht mit blockiert haben, aber Lust haben Solidaritäts-Arbeit aktiv zu unterstützen. Das Treffen findet am Donnerstag, den 4.07. um 19 Uhr, im Infoladen der Hansa48 statt. Beim Treffen kann es um folgendes gehen:
- Rechtliche Tipps und eure Fragen
- Was für Strategien gibt es mit Repression umzugehen?
- Wie kriegen wir das Geld für Prozesse und Bußgelder zusammen?
- Was auch immer euch noch wichtig ist.
Klar ist: Wir kümmern uns da gemeinsam drum! 🙂
Erste Briefe zur Autofrei-Blockade
In den letzten Tagen haben die ersten Menschen Post wegen der Autofrei-Blockade bekommen. Bei den meisten kam ein Anhörungsbogen bzg. einer Ordnungswidrigkeit. Der Vorwurf lautet, dass die Menschen sich nicht von einer aufgelösten Versammlung entfernt haben. Wenn du auch Post bekommen hast, dann:
1) Ruhe bewahren! Wir kümmern uns da gemeinsam drum.
2) Bei uns (tkkg(at)riseupDOTnet) oder der Roten Hilfe Kiel (kiel(at)rote-hilfeDOTde) melden.
3) Unsere rechtlichen Tipps lesen. 😉
Unsere Solidarität gegen ihre Repression! <3 <3 <3
Noch ein paar Worte zum Anhörungsbogen
Einige Menschen haben einen Anhörungsbogen bekommen. Unserer Einschätzung nach kann auch dieser folgenlos ignoriert werden. Es wird zwar mit §111 (Falsche Namensangabe) gedroht, wenn ihr die Angaben zur Person nicht eintragt, aber üblicherweise wird dieser Paragraph nur dann genutzt, wenn durch die falsche Namensangabe die Strafverfolgung behindert wird. Da die Behörden aber eindeutig in der Lage waren euch einen Brief an die richtige Adresse zu zu stellen, besteht offensichtlich keine Behinderung. Wenn ihr befürchtet, dass die Behörden euch trotzdem anzeigen, wenn ihr gar nicht antwortet, dann wäre es auch eine Idee ihnen den obigen Sachverhalt in einem freundlichen Brief zu erklären. Achtet dabei nur darauf, dass ihr keine Aussagen zur Straßenblockade macht. Und lasst euch von der hohen Bußgeldsumme nicht einschüchtern – erfahrungsgemäß liegen Ordnungswidrigkeiten eher so zwischen 50 und 150 Euro. Die Summe im Gesetzestext ist eine Obergrenze und dient nur der Abschreckung.
Interview Kreuzfahrtblockade und Lesung
Am Do, den 20.06.2019 gibt es ein Radiointerview mit dem Buchautor Wolfgang Meyer-Hentrich über Kreuzfahrt und deren Schattenseiten im Infomagazin vom Freien Radio Neumünster – www.freiesradio-nms.de/live in der Zeit von 18 bis 19 Uhr.
Wir wurden auch interviewt und erzählen ein wenig über die Kreuzfahrtblockade am Pfingstwochenende. Es lohnt sich also auf jeden Fall mal rein zu hören! Und für alle, die durch den Radiobeitrag Lust auf mehr bekommen: Am 2ten Juli ist Wolfgang Meyer-Hentrich für eine Lesung in Kiel zu Gast.
Warum ein Klimanotstand diese Welt nicht retten wird
Im Mai 2019 hat Kiel – angeführt von der grünen Partei – in der Ratsversammlung einstimmig einen „Kiel Climate Emergency“1 beschlossen. Übersetzt und verbreitet wird das im Deutschen meist mit dem Begriff „Klimanotstand“. Die Initiative zum Ausrufen des Klimanotstands kommt ursprünglich von der Gruppe Extinction Rebellion aus Großbritannien, die mit zivilem Ungehorsam gegen Artensterben und Klimawandel kämpft. Mit diesem Text wollen wir solidarische Kritik üben und eine Diskussion über diese Strategie anregen: Worum geht es beim „Climate Emergency“ oder „Klimanotstand“ eigentlich? Und welche Auswirkungen hat dieser auf Gesellschaft und Politik?
