Spendenaufruf Blockade Kreuzfahrtschiff in Kiel

Am Pfingstsonntag, 9.Juni verhinderten im Kieler Hafen ca. 50 Aktivist*innen fast sieben Stunden mit vielen kleinen Booten und Kletteraktionen die Abfahrt des riesigen Kreuzfahrtschiffs „Zuiderdam“. In bislang unerreichtem Maß lenkte die Aktion „Smash Cruiseshit“ die öffentliche Aufmerksamkeit auf das Menschen ausbeutende und ökologische Lebensgrundlagen zerstörende Kreuzfahrtgeschäft, was die Nervosität in den Konzernzentralen entsprechend erhöhte. So weit so sehr gut. Einige Menschen sind nun allerdings von Repression betroffen und viele Boote wurden von der Polizei beschlagnahmt.

Wir bitten Euch daher um Spenden für anfallende anwältliche Kosten und zu ersetzende Boote. Bitte überweist mit Stichwort „Kreuzfahrt“ auf das Konto Inhaber*in:

Spenden & Aktionen

IBAN: DE29 5139 0000 0092 8818 06

BIC: VBMHDE5FXXX ,

Betreff: Kreuzfahrt (unbedingt angeben)

wir freuen uns über Beträge jeglicher Höhe. Auch über Spenden in Form von gebrauchten Booten (alle mit Muskelkraft oder Wind angetriebene Bootstypen, z.B. Paddel-, Schlauch- oder Ruderboote, Segelboote etc.pp.) freuen wir uns ausdrücklich!

Falls Ihr Boote für uns habt, kontaktiert uns bitte per Mail an smashcruiseshit@riseup.net Herzlichen Dank! Mehr Hintergrundinfos: http://kreuzfahrt.nirgendwo.info/

Mehr zur Aktion: https://de.indymedia.org/node/33652

https://tkkg.noblogs.org/post/2019/06/09/update-kreuzfahrtschiff-blockade-ausfahrt-erst-mal-abgesagt/

https://tkkg.noblogs.org/post/2019/06/10/kreuzfahrt-blockade-abschluss-pressemitteilung/ https://twitter.com/smashcruiseshit

Bußgeldbescheide für Problemring-Blockade

Update 8.8.: Treffen für Betroffene am Di, 13.8. um 19 Uhr im Infoladen der hansa48

In den letzten Tagen haben die ersten Menschen Bußgeldbescheide für die Problemring-Blockade bekommen. Vorgeworfen wird das nicht entfernen von einer aufgelösten Versammlung – gefordert werden 130 Euro. Wenn ihr auch einen Brief bekommen habt, dann meldet euch bitte bei uns (tkkg(a)riseupDOTnet) oder bei der Roten Hilfe Kiel.

Unsere Empfehlung wäre, dass ihr dagegen Einspruch einlegt. Das könnt ihr ganz einfach und formlos machen. Beispielsweise mit dem Satz: „Hiermit lege ich Einspruch gegen den Bußgeldbescheid [Aktenzeichen] vom [Datum] ein und beantrage Akteneinsicht. [Unterschrift, Datum]“. WICHTIG: Die Frist für den Einspruch liegt bei 2 Wochen!

Ihr könnt den Einspruch bis zum Gerichtsprozess zurück ziehen. Solange noch kein Prozess stattgefunden hat entstehen euch dadurch üblicherweise keine zusätzlichen Kosten. Erfahrungsgemäß haben Gerichte keinen Bock auf dutzende, nervige Verfahren. Wenn also viele Einspruch einlegen erhöht das die Chance, dass sie die Verfahren einstellen. Vermutlich werden sie auch nicht alle Verfahren gleichzeitig ansetzen, sondern sich erstmal einzelne Personen rauspicken.

Beim Einspruch solltet ihr darauf achten, dass euer Brief rechtskräftig ankommt: Also entweder per (Online-)Fax, per Einschreiben oder persönlich vorbei bringen und eine schriftliche Empfangsbestätigung einfordern.

Legt bitte erst mal Einspruch ein, solange das noch geht, wie wir weiter vorgehen (auch ob Einsprüche zurück gezogen werden), können wir beim nächsten gemeinsamen Treffen am Di, 13.8. um 19 Uhr im Infoladen der Hansastraße 48 klären. Außerdem organisieren wir dort gemeinsam Soli-Partys, damit niemand allein auf eventuellen Kosten hängen bleibt.

300 Menschen bei Anti-Kreuzfahrt-Demo

Auf unserer gemeinsamen Demonstration gegen Kreuzfahrten waren am Samstag 300 Menschen trotz medialer Eskalationsankündigungen im Vorfeld. Dass die Demonstration so erfolgreich war, dass Reisebüros schon im Vorfeld die Werbung für Kreuzfahrten aus ihrer Auslage entfernen oder über Kreuzfahrten im allgemeinen und die Sicherung der Schiffe gesprochen würde, hat mit Sicherheit mit der Blockade der Zuiderdam Anfang Juni zu tun. Die Initiative gegen Kreuzfahrten hat zur medialen Aufarbeitung hier eine Einschätzung geschrieben.

Zukünftige Kreuzfahrt-Blockaden

Der Kieler Seehafen hat aus Angst vor weiteren Blockaden beschlossen keine Anlauftermine mehr zu veröffentlichen. Deswegen müssen wir das jetzt übernehmen. 😉

Im Übrigen sind eh alle größeren Schiffe dazu verpflichtet ihren Standort zu tracken. Hier könnt ihr einsehen, ob euer bevorzugtes Schiff auch wirklich auf dem Weg ist.

So wirklich durchdacht haben die beim Port of Kiel das nicht. Momentan findet man noch sämtliche Termine auf deren Homepage. Die Version vom 02.07. ist hier. Und keine Sorge: Die haben wir auch schon gespeichert – bereit zur Wiederveröffentlichung sobald der Hafen dieses Missgeschick bemerkt. 😛

Hier die Liste zukünftiger Blockaden der Kreuzfahrtschiffe in Kiel

Stand: 14.05.2019 Continue reading

Kreuzfahrt – Nein Danke! – Demo am Samstag

Was ist Kreuzfahrt?

Mit einer Hochhauskleinstadt in See stechen, bei laufendem Motor für Tausende von Menschen ankern, überfallsartig kleine Inseln und Küstenstädte überfallen, Müllberge produzieren und am Ende eine zerschundene Landschaft zurücklassen. Bedient und umsorgt von Menschen ohne Arbeitsschutz, die meist für einen Hungerlohn arbeiten.

Und demnächst alles mit grünem Deckmäntelchen:

Landstromversorgung, vom deutschen Steuerzahler subventioniert, soll die Feinstaubbelastung in Kiel mindern, aber auf freier See geht es weiter wie bisher und führt zu dunklen Ablagerungen auf dem arktischen Eis, was den Klimawandel anheizt.

LNG – Gas statt Schiffsdiesel als Kraftstoff – ist kaum klimafreundlicher: Meist kommt Fracking-Gas zur Verwendung, dessen Förderung zur Verwüstung weiter Landstriche Nordamerikas führt. Zudem ist der Transport durch die notwendige Verflüssigung sehr energieaufwändig. Und auch Gas ist ein fossiler Treibstoff, der schon in wenigen Jahren kaum noch Verwendung finden darf, wenn wir die Klimaziele 2035 erreichen wollen. Doch gasbetriebene Schiffe, die heute in den Auftragsbüchern stehen, sollen auch noch Gewinn einfahren, d.h. müssen über viele Jahre in Betrieb bleiben. Und ist erst einmal das LNG-Terminal in Brunsbüttel bewilligt, so wird auch hier keine Kehrtwende in den nächsten Jahren zu erwarten sein.

All das darf nicht sein und deswegen gehen wir am 13.6.19 erneut auf die Straße und wollen den Kieler*innen, den Besucher*innen, der Politik und der Wirtschaft zeigen, dass Kreuzfahrt unvereinbar mit der Ausrufung des Klimanotstandes ist, dass kein Mensch sich das Recht nehmen darf, die Lebensgrundlagen von jetzt schon Benachteiligten auf dieser Welt weiter zu zerstören.

Samstag, 13.7. ab 13 Uhr auf dem Platz der Matrosen (Hauptbahnhof)

Abschlusskundgebung ab ca 15.30 Uhr am Ostseekai

Anti-Repressions-Treffen zur Autofrei-Blockade

In der letzten Woche sind die ersten Briefe wegen der Autofrei-Blockade angekommen. Wir möchten alle Blockade-Beteiligten zu einem gemeinsamen Treffen einladen. Willkommen sind auch alle, die zwar nicht mit blockiert haben, aber Lust haben Solidaritäts-Arbeit aktiv zu unterstützen. Das Treffen findet am Donnerstag, den 4.07. um 19 Uhr, im Infoladen der Hansa48 statt. Beim Treffen kann es um folgendes gehen:

  • Rechtliche Tipps und eure Fragen
  • Was für Strategien gibt es mit Repression umzugehen?
  • Wie kriegen wir das Geld für Prozesse und Bußgelder zusammen?
  • Was auch immer euch noch wichtig ist.

Klar ist: Wir kümmern uns da gemeinsam drum! 🙂

Erste Briefe zur Autofrei-Blockade

In den letzten Tagen haben die ersten Menschen Post wegen der Autofrei-Blockade bekommen. Bei den meisten kam ein Anhörungsbogen bzg. einer Ordnungswidrigkeit. Der Vorwurf lautet, dass die Menschen sich nicht von einer aufgelösten Versammlung entfernt haben. Wenn du auch Post bekommen hast, dann:

1) Ruhe bewahren! Wir kümmern uns da gemeinsam drum.

2) Bei uns (tkkg(at)riseupDOTnet) oder der Roten Hilfe Kiel (kiel(at)rote-hilfeDOTde) melden.

3) Unsere rechtlichen Tipps lesen. 😉

Unsere Solidarität gegen ihre Repression! <3 <3 <3

Noch ein paar Worte zum Anhörungsbogen

Einige Menschen haben einen Anhörungsbogen bekommen. Unserer Einschätzung nach kann auch dieser folgenlos ignoriert werden. Es wird zwar mit §111 (Falsche Namensangabe) gedroht, wenn ihr die Angaben zur Person nicht eintragt, aber üblicherweise wird dieser Paragraph nur dann genutzt, wenn durch die falsche Namensangabe die Strafverfolgung behindert wird. Da die Behörden aber eindeutig in der Lage waren euch einen Brief an die richtige Adresse zu zu stellen, besteht offensichtlich keine Behinderung. Wenn ihr befürchtet, dass die Behörden euch trotzdem anzeigen, wenn ihr gar nicht antwortet, dann wäre es auch eine Idee ihnen den obigen Sachverhalt in einem freundlichen Brief zu erklären. Achtet dabei nur darauf, dass ihr keine Aussagen zur Straßenblockade macht. Und lasst euch von der hohen Bußgeldsumme nicht einschüchtern – erfahrungsgemäß liegen Ordnungswidrigkeiten eher so zwischen 50 und 150 Euro. Die Summe im Gesetzestext ist eine Obergrenze und dient nur der Abschreckung.