Am Montag, den 03.08.2026, haben wir, die Aktionsgruppe Turbo-Klima-Marine-Sabotage ab 04:30 Uhr morgens zwei Zufahrten des TKMS-Produktionsgeländes in Kiel blockiert. Insgesamt etwa 20 Personen waren an der Aktion beteiligt und teilten sich auf den Haupteingang und eine Nebenzufahrt auf. Am Haupteingang haben wir zudem ein Betonfass als Ankettvorrichtung und einen Tripod zu Hilfe genommen; an der Nebenzufahrt hatten wir eine mit Zement und Blumenerde gefüllte Badewanne, an der sich eine Person festgeklebt hat, und einen Tripod als Unterstützung dabei.
Um 4:20 Uhr beginnt die Blockade am Haupteingang in der Werftstraße 112. 4:25 Uhr war die Blockade an der zweiten Werkseinfahrt bereit. Schon um 4:30 Uhr erschienen die ersten Polizist*innen.
Um 5:10 Uhr wurde der Protest zunächst als Versammlung anerkannt. Kurze Zeit später wollen die Polizist*innen die Aktivist*innen davon abhalten den ankommenden Arbeiter*innen Flyer zu geben. Angeblich sei dies Belästigung.
Ab 5:50 Uhr werden laut der Polizei die ankommenden Autos auf das Marineareal am Klausdorfer Weg umgeleitet. Zur gleichen Zeit kommt ein LKW nicht auf das Gelände.
Um 9:05 Uhr fuhren Räumfahrzeuge von der Polizei am Haupteingang vorbei.
9:48 Uhr kamen Kletter Cops an. Presse ist auch vor Ort.
Um ca. 10:00 Uhr erreicht eine solidarische Spontan-Demo das Haupttor. Die Demo startete als Kundgebung auf dem Vinetaplatz in Gaarden.
Um 10:15 Uhr wurde die Räumung der Blockade angekündigt.
Die Räumung begann um 10:37 Uhr.
Hintergründe zu TKMS
Wir haben heute morgen die Eingänge zum Werksgelände von TKMS blockiert. Damit wollen wir ein Zeichen gegen imperiale Kriege und Militarisierung setzen.
Denn: Kiel ist Kriegsgebiet Das zeigt sich nicht nur an den vielen historischen Spuren, die zwei Weltkriege in Kiel hinterlassen haben: Denkmäler für getötete Soldaten und Zivilist*innen, zerstörte Wohnviertel und regelmäßig auftauchende Blindgänger. Das zeigt sich auch an den Kieler Militärstützpunkten, welche nun mit Verweis auf die „veränderte Bedrohungslage“ erweitert und durch einen zusätzlichen Standort in Holtenau ergänzt werden sollen. Das zeigt sich am Ausbau des Munitionsdepots in Möltenort, einem der größten in ganz Deutschland. Das zeigt sich bei Veranstaltungen, wie der Kriegspropaganda-Show „Open Ship“, die jährlich während der Kieler Woche stattfindet. Das zeigt sich ebenso in den internationalen Netzwerktreffen kurz vor der KiWo, bei denen sich, organisiert von Kieler Instituten, Vertreter*innen der Rüstungsindustrie, Marine und Politik traditionell im vertrauten Rahmen kennenlernen und absprechen können. Noch in diesem Jahr soll hier zusätzlich ein „maritimes Innovationszentrum“ der Bundeswehr entstehen. Und das zeigt sich selbstverständlich in den vielen Rüstungsunternehmen, welche in Kiel und Umgebung ihre Waffen produzieren und in alle Welt ausliefern. Insbesondere die Werften nehmen schon jetzt sehr viel Raum am Wasser ein. TKMS will sein Werk in Kiel nun sogar noch vergrößern und schaut auf beiden Seiten der Förde nach geeigneten Flächen. Die Kieler*innen könnten also bald noch mehr Wasserzugänge an die Kriegsmaschinerie verlieren, von der die Stadt wirtschaftlich immer abhängiger wird.
TKMS ist dabei nicht nur jetzt schon eine der größten Werften, es gehört auch zu den Unternehmen, die ausschließlich für militärische Zwecke produzieren. Im letzten Jahr erzielte TKMS einen Auftragsrekord. Die weltweite Aufrüstung beschert der Rüstungswerft bis 2040 gefüllte Auftragsbücher. TKMS beliefert dabei Staaten wie Israel, Indien, Singapur, Kanada und die Türkei, also gerne auch autoritär bis autokratisch regierte Nationen. Für die Türkei hat TKMS nicht nur Waffensysteme hergestellt, sondern trägt massiv zum Aufbau einer umfangreichen türkischen maritimen Rüstungsindustrie bei. Mit dem Flugzeugträger „Anadolu“, der während des NATO-Manövers „Steadfast Dart 2026“ Kiel anlief, sollte deren Leistungsfähigkeit zur Schau gestellt werden.
Die türkische Marine sichert mit ihren Schiffen u.a. illegale Waffentransporte nach Libyen ab und wird als Druckmittel im östlichen Mittelmeeraum, u.a. gegen Griechenland und Zypern im Streit um Öl- und Gasvorkommen, eingesetzt. Vor wenigen Wochen lief ein Schiff in Latakia in Syrien ein. Gemeinsam mit dem dortigen Regime von Ahmed al-Scharaa führen türkische Streitkräfte Krieg gegen Rojava und insbesondere gegen die dortige Zivilbevölkerung.
Wir wollen es nicht weiter hinnehmen, dass von unserer Stadt aus Kriege und Genozid befeuert werden. Wir wollen nicht, dass hier in Deutschland wieder Menschen zum Dienst an der Waffe gedrängt werden. Und wir wehren uns dagegen, dass Milliarden für die Aufrüstung ausgegeben werden, während im sozialen Bereich immer mehr Gelder gekürzt oder komplett gestrichen werden. TKMS ist somit das perfekte Ziel und Kiel der richtige Ort für anti-militaristische Aktionen!
TKMS unterstützt Israels Völkermord
Israel gehört seit über 10 Jahren zu den wichtigsten Kunden von TKMS im Ausland. Die größten Einkäufe stellen dabei die Kaufverträge über mittlerweile neun U-Boote dar. Fünf Boote sind bereits ausgeliefert und im Einsatz, das sechste wurde vor wenigen Tagen an die israelischen Streitkräfte übergeben. Die U-Boote sind die teuersten einzelnen Rüstungsgüter im Besitz der israelischen Armee und wurden großzügig vom deutschen Staat bezuschusst. Dass die Beziehungen zwischen TKMS und dem israelischen Verteidiungsministerium sehr eng sind und weit über legale Rüstungskäufe hinaus gehen, zeigt sich in der s.g. „U-Boot-Affäre“ besonders deutlich. Dabei sollen erhebliche Summen Schmiergelder geflossen sein, ausgehend vom Anwalt David Shimron, der gleichzeitig für den Verkaufsagent von Thyssenkrupp in Israel und den israelischen Präsidenten Netanyahu arbeitete. Als der außenpolitische Berater der damaligen Kanzlerin Merkel, Norbert Heusgen, politische Bedingungen in den Kaufvertrag einbringen wollte, drängte Netanyahu kurzerhand auf dessen Entlassung. Die Forderungen: ein Bekenntnis zur Zweistaatenlösung, Stopp des illegalen Siedlungsbau im Westjordanland und die Verbesserung der humanitären Lage in Gaza. Die Affäre verdeutlicht, dass milliardenschwere Rüstungsdeals ideal dafür geeignet sind, auch Politik zu machen. Das Interesse Deutschlands an guten, wirtschaftlichen Beziehungen und der gemeinsamen Entwicklung und Erprobung neuer Waffensysteme, stand letztlich höher, als die Einhaltung von Menschen- und Völkerrecht. Die Boote wurden geliefert – ohne Auflagen.
TKMS baute außerdem vier Sa’ar-6-Korvetten an Israel. Diese Kriegsschiffe wurden schon bei Angriffen auf Gaza und den Jemen eingesetzt. Zusätzlich schützen die Korvetten israelische Ölbohrplattformen im Mittelmeer, sind also Teil des globalen Krieges gegen unseren Planeten.
Vor wenigen Monaten verkündeten TKMS und das israelische Rüstungsunternehmen Elbit Systems ihre Kooperation bei der Entwicklung von „maritimen Verteidigungstechnologien“ zu erweitern. TKMS wird eine Produktionsstätte im norden Israels aufbauen. Das Projekt wird massiv von der israelischen Regierung gefördert, da es sich in einer s.g. „National Priority Area“ befindet. Diese Gebiete werden von der Regierung systematisch im Sinne einer ethno-nationalistischen Grenz- und Sicherheitspolitik umstrukturiert.
Elbit ist eins der größten israelischen Rüstungsunternehmen. Elbit wirbt bei vielen der verkauften Waffen damit, dass diese kampferprobt sind. Diese Erprobung findet unter anderem im belagerten Gaza-Streifen und im Süden Libanons statt.
Weil fünf Aktivist*innen die Beteiligung von Elbit an den Kriegsverbrechen in Israel nicht länger hin nehmen wollten und im September 2025 auf das Firmengelände in Ulm eindrangen und Computer zerstörten, werden diese nun vom deutschen Staat eingesperrt und als kriminelle Vereinigung verfolgt. Ein gleiches Engagement bei der Verfolgung von Kriegsverbrechern „befreundeter Staaten“ findet sich nicht im Ansatz. Wir wollen die Freilassung der Ulm 5 und ein Ende der Doppelmoral! (https://ulm5.info/)
Mit der Lieferung von Waffen und Rüstungsgütern an Israel und der Kooperation mit Elbit unterstützt TKMS ganz direkt den Völkermord, den Israel in Palästina begeht.
TKMS macht Geschäfte mit Hindu-Faschisten!
Auch die Marine von Indien wird von TKMS mit U-Booten beliefert. Dass die dortige Regierung hindunationalistisch ist, stellt offensichtlich kein Hindernis dar. Die rechte BJP stellt nun, mit Narendra Modi an der Spitze, schon seit 2014 durchgängig die Regierung und arbeitet seit dem daran systematisch demokratische Strukturen abzubauen. Die Medien werden immer stärker unter Kontrolle gebracht, etwa durch die Zensur von kritischen Filmen.
Erst im April war Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius mit seinem indischen Amtskollegen Rajnath Singh bei TKMS zu Besuch, um einen möglichen Milliarden-Deal zu besprechen. In anschließenden Interviews nannte Pistorius diesen wertschätzend „seine Exzellenz“. Dass Singh offen die territoriale Integrität von Pakistan und die Unabhängigkeit von Kashmir in Frage stellt, scheint kein Problem zu sein.
Die hindunationalistische Regierung hetzt offen gegen Muslim*innen. Zu den bisher schlimmsten Ausschreitungen zählt das Pogrom von Gujarat im Jahr 2002, bei dem um die 2000 Menschen getötet und 270 Moscheen zerstört wurden. Menschenrechtsorganisationen weisen daraufhin, dass die Täter nur mithilfe von staatlichen Institutionen so geziehlt hätten vorgehen können. Modi, der wegen dieser Vorfälle bereits angeklagt wurde, streitet jede Verantwortung ab und gibt den Opfern selbst die Schuld, diesen Zorn auf sich gezogen zu haben. Daneben kommen regelmäßig s. g. „cow lynchings“ vor, bei denen Hindus, unter dem Vorwand Kühe schützen zu wollen, gewalttätige Ausschreitungen beginnnen. Opfer sind hauptsächlich muslimische Menschen, aber auch Christ*innen und Dalits. Werden Muslim*innen angegriffen, schaut die Polizei zu statt einzugreifen, zerstört jedoch andersrum die Häuser muslimischer Demonstrant*innen. Auch beim Staatsbürgerschaftsrecht werden Muslim*innen systematisch diskriminiert.
Das indische Wirtschaftswachstum basiert auf massiver Zerstörung der Umwelt und Ausbeutung von Arbeiter*innen. Flüße werden durch Industrie-Abwässer verseucht und die Luftverschmutzung gehört zu den schlimmsten weltweit.
Indien ist eine der größten Militärmächte. Die Armee ist hoch gerüstet, neben U-Booten von TKMS hat sie auch Zugriff auf Atombomben.
Das deutsche Verteidigungsministerium begründet die intensivere Zusammenarbeit mit Indien unter anderem damit, dass sich das Land „dem Westen annähern“ würde, ohne genauer zu erläutern was damit eigentlich gemeint sein soll. Vielleicht meinen sie ja die offen kommunizierte Islamophobie. Vielleicht meinen sie auch die strukturelle Diskriminierung von queeren, insbesondere von Trans* Menschen. Indien verabschiedete vor wenigen Monaten ein neues Gesetz, welches das Recht auf Selbstbestimmung für Trans* Menschen abschafft. In diesem Punkt ähnelt die Politik tatsächlich auch der „im Westen“. Gleichzeitig unterhält Indien enge wirtschaftliche und militärische Verbindungen zu Russland. So kauft Indien fossile Rohstoffe in Russland und verkauft im Gegenzug s. g. dual-use Technologien. Singh traf sich zuletzt Ende 2024 mit Vladimir Putin und bekräftigte die strategische Zusammenarbeit weiter ausbauen zu wollen.
Wer für pluralistische Gesellschaften und grundsätzliche Menschenrechte einsteht, kann solch autoritäre Regierungen nicht unterstützen! Auch deshalb blockieren wir heute TKMS.
Krieg als Zuspitzung eines ausbeuterischen Systems
Über neun Stunden blockierten wir die Zufahrten von Thyssen Krupp Marine Systems in Kiel. Die Ankunft der Frühschicht haben wir massiv verzögert. Die Mitarbeitenden wurden schließlich von der Polizei über das angrenzende Areal des Marinearsenals umgeleitet. Auch die Logistik des Rüstungsunternehmens wurde beeinträchtigt, seine tödliche Produktion lief allerdings weiter – doch solange diese nicht beendet ist wird auch unser Widerstand weitergehen. Während die Polizei noch damit beschäftigt war, unser Lock-on-Faß aufzustemmen und das zweite Tripod bis zum von uns selbst bestimmten Ende weiterhin stand, haben wir eines unserer Ziele heute bereits erreicht: Aufmerksamkeit auf die Geschäftspolitik von TKMS zu lenken, die aufs Engste mit der ebenso menschenverachtenden Geo- und Machtpolitik Deutschlands verzahnt ist.
Uns als Aktionsgruppe aus der Klimagerechtigkeitsbewegung ist dabei eins völlig klar: Krieg ist nur die mörderische Zuspitzung eines ausbeuterischen Systems. Kapitalismus hat Kolonialismus, Kriege und die Klimakatastrophe zu verantworten, bereichert sich an ihnen und sorgt dafür, dass sie sich gegenseitig weiter befeuern. Es geht diesem System nicht um die Lösung von Konflikten, sondern um Machtpolitik. Die dadurch ausgelösten Krisen sind dabei sogar noch hilfreich, da sie Ängste erzeugen, die Gesellschaft spalten und Widerstand erschweren. Die absehbaren Folgen, wie Zerstörung von Lebensgrundlagen, Häusern und Infrastruktur, der rasante Verfall von Ökosystemen und das daraus folgende Artensterben, zwingen immer mehr Menschen zur Flucht. Doch statt die eigene Verantwortung in diesen globalen Prozessen anzuerkennen, nutzen die Regierungen der reichen Staaten dieses Leid noch als Argument, sich weiter nach außen abschotten und nach innen autoritärer werden zu müssen. Besonders drastisch lässt sich dies derzeit in der spanischen Exklave Ceuta beobachten. Kaum kommen Menschen aus den kolonisierten und ausgebeuteten Ländern auf den Gedanken, auch ein bisschen am Reichtum der Kolonialmächte beteiligt werden zu können, werden sie mit militärischer Gewalt zurückgedrängt.
Und der Rohstoffhunger und Expansionsdrang des Kapitalismus findet kein Ende. Dies zeigt sich auch im jüngsten, milliardenschweren Auftrag von Kanada an TKMS. Während die Klimakrise dazu führt, dass die Arktis immer schneller abtaut, denken Staaten und Wirtschaft nur an neue Bodenschätze und Einflussspähren, die sich hierdurch eröffnen würden. Erneut interessieren sie sich vor allem für die fossilen Rohstoffe, die dadurch zugänglich werden könnten, deren Ausbeutung die Reichen noch reicher und die Klimakrise noch bedrohlicher macht. Mit einer Flotte von ganzen zwölf bei TKMS bestellten U-Booten, will Kanada sich einen Zugang absichern. Ursprünglich wurde dieser Typ für die norwegische und deutsche Marine entwickelt, die ebenfalls ihre geopolitischen Interessen betonen. In ihrem 2025 veröffentlichten „Zielbild“, dem „Kurs 2035+“, benennt die deutsche Marine ausdrücklich die Arktis als strategisch wichtiges Einsatzgebiet.
Von gleicher Bedeutung sei der Indo-Pazifik, wo erneut TKMS ins Spiel kommt. An Singapur werden nicht nur U-Boote geliefert. Dort soll ein Wartungs- und Servicezentrum entstehen, dass anschließend nicht nur Singapur, sondern auch Deutschland und anderen Staaten, die U-Boote von TKMS nutzen, dienen soll. Der wichtige Finanzhandelsplatz ist gleichzeitig Knotenpunkt für Seehandelswege und Unterwasserkabel, die der Stadtstaat kontrollieren und schützen will. Der kapitalistische Staat zeigt sich ebenfalls autoritär, vertritt ein drakonisches Rechtssystem mit Prügel- und Todesstrafe und beutet Migrant*innen massiv aus, vor allem im Bausektor. Es herrscht eine extreme ökonomische Ungleichheit, Trans*- und neurodivergente Personen werden unterdrückt.
All dies ist Folge und Ausdruck eines „zu Ende gedachten“ Kapitalismus, der auf den Faschismus zusteuert. Diese lebensfeindliche Ideologie, die Vielfalt ablehnt, wird von vielen Ultra-Reichen vertreten, die eine hoffnungsvolle Zukunft für unseren Planeten längst aufgegeben haben. Sie bereiten sich vielmehr auf den Zusammenbruch vor. Sie wollen eine Welt schaffen, in der sich Wohlhabende komplett von den Konsequenzen einer Politik, die sie selbst umgesetzt haben, abschotten können. In ihrer eugenischer Phantasie, in der sie sich als perfekte Übermenschen betrachten oder dazu werden wollen, soll die ausgebeutete Mehrheit der Menschheit, die sie für minderwertig halten, dem allmählichen Aussterben preisgegeben werden. Sie bemühen sich nichtmal, ihren Faschismus zu verbergen. Durch ihre Gewalt wollen sie uns immer hoffnungsloser und damit handlungsunfähig machen. Einige von ihnen scheinen wirklich zu glauben, dass ihre Macht sie von allen anderen Menschen und von den Ökosystemen unabhängig macht und nehmen den Tod von Milliarden von Menschen billigend in Kauf.
Doch das muss nicht so sein! Es gäbe mehr als genug für alle auf unserem wunderschönen Planeten, wenn nicht einige mehr Reichtum anhäufen würden, als sie selbst jemals ausgeben könnten.
Wir sehen es gar nicht ein, dass Kiel bis in alle Ewigkeit Kriegshafen sein wird. Wir wollen keine „Schicksalsgemeinschaft mit der Marine“ mehr sein – Worte die Ulf Kämpfer unlängst nutzte, um die in Kiel traditionelle Verbundenheit zwischen SPD und Bundeswehr zu rechtfertigen. Auch der CEO von TKMS besitzt ein SPD-Parteibuch und war bei der IG Metall bevor er zu Thyssen Krupp wechselte. Für heute ist unsere Blockade beendet. Aber wir werden nicht aufhören für eine entmilitarisierte und nachhaltige Stadt zu kämpfen, die für alle lebenswert und bezahlbar ist. Widerstand muss dort beginnen, wo der Krieg beginnt!
Und ein anderes Ende dieser Welt(ordnung) ist möglich. Lasst sie uns gemeinsam erkämpfen!
Seit 4:30 Uhr am heutigen Montagmorgen wird in Kiel die Werft von Thyssen Krupp Marine Systems (TKMS) durch eine anti-militaristische Aktion blockiert. 17 Aktivist*innen der Gruppe Turbo-Klima-Marine-Sabotage (T-K-M-S) besetzen die Werkszufahrten mit aufgestellten Tripods und weiteren Hindernissen, an die sich Menschen angekettet haben. An die zur Frühschicht ankommende Belegschaft werden Flyer verteilt, die über die Hintergründe der Aktion Informieren. Auf Transparenten bringt die Gruppe ihre Motivation zum Ausdruck. Die Aktion richtet sich gegen die Produktion von Kriegswaffen (durch TKMS), hier in Kiel und anderswo.TKMS produziert U-Boote und andere Militärschiffe und liefert diese weltweit.
Erst kürzlich bestellte Kanada eine ganze Flotte von 12 U-Booten. Ein Milliardendeal mit der hindunationalistischen Regierung Indiens steht kurz vor dem Abschluss. Diese unterdrückt und hetzt offen gegen religiöse, ethnische und andere Minderheiten im Land und fördert umweltzerstörerische Praktiken. Weitere U-Boote werden nach Israel geliefert, also an eine Regierung, die aktuell einen Genozid an den Palästinenser*innen verübt. Mehrere Regierungsmitglieder sind wegen den systematischen Angriffen auf die Zivilbevölkerung vor dem internationalen Gerichtshof angeklagt. Weitere Rüstungsdeals mit autoritär bis autokratisch regierten Staaten, wie Singapur und der Türkei, konnte TKMS in den letzten Jahren abschließen. Seit Jahren rüstet die türkische Regierung auf und führt u.a. Krieg gegen die demokratische Befreiungsbewegung in Rojava.“Die deutsche Rüstungsindustrie verdient viel Geld damit, dass sie Nationalismus, Völkermord und imperialistische Bestrebungen unterstützt.“ erklärt Olivia Weide ihre Motivation, heute auf der Einfahrt des Waffenexporteurs zu sitzen. Eines der mitgeführten Transparente trägt deshalb die Aufschrift „Deutsche Waffen, deutsches Geld morden mit in aller Welt“.
Auch die deutsche Marine wird durch TKMS aufgerüstet. Die Militarisierung zeigt sich ebenso in der Wiedereinführung der Wehrpflicht, Milliarden für die Bundeswehr und in Kiel auch durch die Übergabe zahlreicher städtischer Flächen (wie dem MFG-5 Gelände) an die Bundeswehr. „Wir wollen keine Militärstützpunkte in Kiel. Nicht nur weil Kiel damit wieder zum bevorzugten Angriffsziel wird, sondern vor allem, weil wir dagen sind, dass Machtinteressen mit Waffengewalt durchgesetzt werden. Wir müssen auch im globalen Maßstab fähig sein, friedliche Lösungen zu finden“ erklärt Ulf Wunderlich. „Die aktuelle Aufrüstung richtet sich auch nach Innen: Wenn gegen Palästina-solidiarsche Demonstrationen oder Schüler*innen die sich gegen die Wehrpflicht wenden, vorgegangen wird, schränkt das unsere Meinugsfreiheit ein. Das Polizeirecht wird jedes Jahr um mehr Überwachungsmöglichkeiten erweitert.“
„Deutschland wird immer militaristischer und autoritärer und verliert genau die Freiheiten und Rechte, die angeblich mit der Aufrüstung verteidigt werden sollen“, ergänzt Frieda Dubon. „Es wird behauptet, die NATO sei nicht verteidigungsfähig, obwohl sie fast 1,5 Billionen für Rüstung ausgibt und bei immer häufigeren Großmanövern ihre Einsatzbereitschaft beweisen will. Autoritäre Kriegslogik steht dem Erhalt von Freiheit entgegen. Dies zeigt sich nicht zuletzt bei der Wehrpflicht, also dem Zwang tödliche Befehle auszuführen.“ An dieser Entwicklung sind Rüstungskonzerne wie TKMS ganz direkt beteiligt, indem sie in den letzten Jahren massiv ihren Einfluss auf die europäische Politik ausgebaut haben. So erreichten die Kontakte der Lobby der Rüstungsindustrie mit Vertreter*innen der EU-Kommission im letzten Jahr ein Rekord-Niveau.Die aktuelle politische Stimmung sorgt auch dafür, dass andere Krisen in den Hintergrund geraten – etwa die menschengemachte Klimakrise. Das Sondervermögen für die Bundeswehr müsste eigentlich zur Bekämpfung der Klimakrise und den Erhalt von sozialen Sicherungssystemen eingesetzt werden, statt für emmissionsstarke Kriegsgeräte. Immer mehr Menschen müssen aus ihrem Zuhause fliehen, ob sie durch Kriege, staatliche Unterdrückung oder durch die Klimakrise vertrieben werden, sie treffen auf ein hochgerüstetes Europa, dass sie nur abzuwehren versucht.“Wir müssen weg von einem System, von dem nur einige wenige profitieren, und eines schaffen in dem alle gut leben können. Lasst uns gemeinsam eine Welt aufbauen, die nicht immer weiter in den Untergang rast. Zerstörerische Kriegsproduzenten wie TKMS stehen dem entgegen“ schließt Nico Haase.
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Hier auf unserer Webseite finden Sie in Kürze weitere Hintergrundinformationen zu der Aktion.
Die Aktionsorte befinden sich an den Eingangstoren von TKMS in der Werftstraße in Kiel Gaarden. Zufahrt Werftstarße/ Elisabethstraße, Koordinaten: 54.316559289819786, 10.151090665785906
Der Beginn der Atomkastrophe von Tschernobyl jährt sich heute zum 40. Mal. Ein Reaktorunfall mit Strahlenschäden quer durch Europa mit krank machenden Auswirkungen Jahrzehnte danach und akuter Bedrohung bis heute. Wir nehmen dieses traurige Datum zum Anlass, um zu schauen, was das hier mit unserer Besetzung zu tun hat.
Die Geschichte der Atomkraft ist eine militärische. Die Atombombe wurde entwickelt um einen Krieg zu gewinnen und tötete weit über eine halbe Million Menschen, ob bei den Abwürfen in Hiroshima und Nagasaki oder bei den Tests im Bikini-Atoll. Atomkraftwerke wurden gebaut, um Plutonium für Atomwaffen zu erbrüten. Ohne staatliche Subventionierung und Ausnahme von der Versicherungspflicht wäre kein kommerzielles Atomkraftwerk ans Netz gegangen. Noch heute wird die Mär von der friedlichen Atomkraft erzählt, während wir beispielsweise im Iran sehen, dass es immer nur um Waffen geht. Auch in Deutschland steht eine Urananreicherungsanlage in Gronau, nahe der niederländischen Grenze. Die Bundesregierung möchte sie auch nach dem teilweisen Atomausstieg weiter betreiben „weil sie das Ansehen Deutschlands stärkt“. Mit Urananreicherungsanlagen lässt sich aber nicht nur Uran für Atomkraftwerke anreichern, sondern sie sind relativ leicht umbaubar, sodass auch waffenfähiges Uran angereichert werden kann. In Gronau gibt es entsprechende Experimente. Hier in Kiel wurden und werden U-Boote gebaut, in die Atomwaffen eingebaut werden.
So ist die Geschichte der Atomkraft immer auch eine militärische, von ersten Augenblick an bis heute. Ohne militärische Interessen hätte es die Katastrophe in Tschernobyl nicht gegeben, nicht die in Fukushima, nicht die Verseuchung in Majak.
Die Schäden dieser Geschichte betreffen uns alle: Sie betreffen uns, weil Atomwaffen uns bedrohen, aber auch weil niemand weiß wohin mit all dem Atommüll, der noch Millionen Jahre krank machen wird. Noch mehr betreffen sie aber Menschen in (ehemaligen) Kriegsgebieten, wie im Irak, weil dort panzerbrechende Munition aus Uran zahlreiche Gebiete verseucht hat. Sie betreffen die Menschen in der Umgebung von Tschernobyl, die ein um ein vielfaches höheres Risiko haben an Krebs zu erkranken oder die Menschen, die in Uranabbaugebieten leben und dort radioaktiven Staub einatmen, oft ohne dass sie in irgendeiner Weise profitieren vom Profit, der gemacht wird. All das war nicht unsere Entscheidung.
Deshalb stehen wir heute hier um ein weiter so zu verhindern, an die Katastrophe von Tschernobyl und all die Toten dort zu erinnern. Denn der Kampf gegen Atomkraft ist untrennbar mit dem gegen Militarisierung verbunden.
Am Anfang sagte ich, der Beginn der Katastrophe jährt sich. Sie dauert schließlich seitdem an, wie nicht zuletzt die russischen Angriffe auf den Sarkophag der den Tschernobyl-Reaktor einschließt und die Bilder der brennenden Schutzhülle erst kürzlich verdeutlicht haben. Atomkatastrophen geschehen nicht zu einem bestimmten Zeitpunkt, sie beginnen und dauern nach menschlichem Ermessen ewig an. Atomstromproduktion ist nicht nachhaltig – sie ist immer ein erhebliches Risiko. Weil sie unmittelbar mit Aufrüstung und der Möglichkeit eines Atomkrieges verbunden ist, aber eben auch, weil in einer Welt der eskalierenden bewaffneten Konflikte und Kriege jeder Atommülltransport und jedes Atommüllager eine attraktive Zielscheibe für die Zerstörungswut kriegführender Akteur*innen darstellt.
Wir rufen dazu auf, gegen die anstehenden Castor-Transporte nach Brokdorf und Ahaus aktiv zu werden und weder Atomanlagen noch Atomwaffen widerstandslos hinzunehmen. Erinnern heißt kämpfen!
Krieg beginnt hier: Gegen das NATO-Manöver in Kiel! Keine Werbeshow für das türkische Militär – Solidarität mit Rojava!
Antimilitaristische Demonstration: Donnerstag, 12.02.2026 | 17 Uhr | Elendsredder/Holtenauer Str.
Die NATO-Eingreifsflotte, darunter auch der türkische Drohnenträger „Anadolu“, ist heute in Kiel am Marinestützpunkt in der Wik eingelaufen. Antimilitaristische Aktivist:innen begrüßten die Schiffe bereits bei ihrer Ankunft in der Kieler Förde mit einer unübersehbaren Solidaritätsbotschaft für das bedrohte Rojava. Am Donnerstag werden wir mit einer Demonstration durch die Wik zum Marine-Areal gehen und gemeinsam klarstellen: Kein Frieden mit der NATO – Militär raus aus unserer Stadt – Solidarität mit dem kurdischen Befreiungskampf!
„Wir werden nicht schweigen, wenn dem türkischen Militär hier in Kiel durch die NATO eine gigantische Werbefläche geboten wird, während in Kurdistan und anderswo täglich Menschen durch deren kriegerische Vorstöße in den Mittleren Osten und seine dschihadistischen Stellvertreter ermordet werden. Rojava und die kurdische Befreiungsbewegung stehen für Rätedemokratie, Selbstbestimmung, Frauenrevolution, ökologisches kooperatives Wirtschaften und für gleichberechtigte ethnische und religiöse Vielfalt. All das ist weiterhin akut bedroht – durch die syrische Zentralregierung und den Erdogan-Faschismus in der Türkei, unterstützt und gedeckelt durch die westlichen Imperialmächte, die nach dem Sturz von Assad mit Al-Sharaa einen verlässlichen Partner zur Durchsetzung ihrer Interessen aufbauen wollen.
Wir rufen deshalb zum Protest und Widerstand gegen das NATO-Manöver in der Ostsee und die Vorbereitung kommender imperialistischer Kriege auf, insbesondere auch gegen die türkische Beteiligung. Solidarität mit der Bevölkerung und den Verteidiger:innen der Demokratischen Selbstverwaltung Nordostsyrien heißt auch, sich hier den Verantwortlichen, Profiteuren und Mittätern des Krieges in Rojava entgegenzustellen. Beteiligt euch an den Aktionen gegen das NATO-Manöver! Krieg dem Krieg – NATO versenken! Türkische Armee raus aus Kurdistan – lang lebe Rojava!“
Keine Werbeshow für das türkische Militär – Solidarität mit Rojava!
„Seit Januar läuft das NATO-Manöver Steadfast Dart 2026. Dafür werden Teile ihrer Allied Reaction Forces (ARF) quer durch Europa verlegt. Nach Deutschland kommen allein 7300 Soldat:innen – auch um zu beweisen, dass es „verlässlich und durchhaltefähig als Drehscheibe der NATO fungiert.“ Kiel ist einer der Hauptankunftspunkte der Übung. Etwa 14 Kriegsschiffe mit fast 3000 Soldat:innen, davon 1500 aus der Türkei, treffen hier am 11. Februar ein. Sie laufen am 14. Februar aus, um bei Putlos eine Landung von See aus durchzuführen.
Die NATO will mit diesem Manöver Stärke demonstrieren, um weiter als handlungsfähiger Akteur im zunehmend kriegerisch ausgetragenen globalen Machtkampf der imperialistischen Mächte zu gelten. Dass die Türkei als zweitgrößte NATO-Armee einen zentralen Stellenwert bei dieser Neukonstituierung einnimmt, ist kaum verwunderlich. Bei dem Manöver nimmt das türkische, amphibische Angriffsschiff TCG Anadolu eine entsprechende Führungsrolle ein. Es gilt als erster „Drohnenträger“ weltweit. Dafür wurden genau die Drohnen, die bereits jetzt u.a. in Syrien gegen die demokratische Selbstverwaltung der kurdischen Gebiete eingesetzt werden, modifiziert. Zusammen mit vier weiteren Schiffen, wirbt es für die wachsende türkische Rüstungsindustrie.
Wir werden nicht schweigen, wenn dem türkischen Militär hier in Kiel durch die NATO eine gigantische Werbefläche geboten wird, während in Kurdistan und anderswo täglich Menschen durch deren kriegerische Vorstöße in den Mittleren Osten und seine Stellvertreter ermordet werden. Wir rufen deshalb zum Widerstand gegen das NATO-Manöver in der Ostsee und die Vorbereitung kommender imperialistischer Kriege auf, insbesondere auch gegen die türkische Beteiligung. Solidarität mit der Demokratischen Selbstverwaltung Nordostsyrien heißt auch, sich hier den Verantwortlichen, Profiteuren und Mittätern des Krieges in Rojava entgegenzustellen. Achtet auf Ankündigungen und beteiligt euch an den Aktionen gegen das NATO-Manöver!“
Wir blicken zurück auf ein aktionsreiches Jahr, in dem der Rechtsruck immer spürbarer wurde und wir uns zunehmend auch mit der gesellschaftlichen Militarisierung auseinander setzen mussten. Trotz alledem kämpfen wir weiter für den Erhalt der Lebensgrundlagen von uns allen.
Klima
Wie schon seit vielen Jahren beteiligten wir uns auch in diesem Jahr wieder an den stattfindenden Klimastreiks.
Darüber hinaus wurden wir vor allem zu den Themenbreichen Verkehr, Kreuzfahrt und Aufrüstung aktiv, um für Klimagerechtigkeit zu streiten.
Verkehr
Noch immer sind wir gegen jeden Autobahn- und Straßenausbau, denn wir möchten eine Mobilitätswende für alle, mit kostenlosem Nahverkehr durch Stadtbahn, Busse, Züge für alle und viel Platz für Fußgänger*innen und Radfahrende. Deshalb haben wir in diesem Jahr mit einer Abseilaktion von einer Brücke und dem Besetzen von Baufahrzeugen die Baustelle der A21 blockiert, am 10. März und am Sonntag drauf zusammen mit dem Grüngürtelbündnis eine Fahrraddemonstration gegen die A21 durchgeführt.