Zu den Auseinandersetzungen rund um Polizeikritik beim CSD Kiel

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Folgender Text dient zur Darstellung unserer Perspektive und Klarstellung einiger Inhalte aus dem Statement vom CSD-Team.

Zunächst einmal sind wir selbst auch Teil der queeren Community, auch wenn dies in einigen Kommentaren auf Social Media immer wieder in Frage gestellt wird. Unsere Gruppe ist in sehr großen Teilen queer. Bei uns sind zwar auch ein paar endo-cis-hetero Personen dabei, diese halten sich bei der Auseinandersetzung um den Polizeistand beim CSD aber bewusst im Hintergrund.

2.————————————-

Uns ist es wichtig, dass sich alle Besucher*innen auf dem CSD wohlfühlen können. Unter Anderem deswegen protestieren wir gegen die Polizeipräsenz beim CSD. Unser Protest richtet sich gegen die Polizei, nicht gegen die CSD-Orga. In unserer Wahrnehmung ging von uns keine körperliche Gewalt gegenüber der CSD-Orga oder CSD-Teilnehmenden aus. Aus unserer Perspektive handelte die CSD-Orga insbesondere auch im letzten Jahr nicht deeskalativ. Menschen von der Orga rissen beispielsweise der vorlesenden Person den Redebeitrag aus der Hand und rüttelten an ihr. Wir fragen uns, wie es da zu so unterschiedlichen Wahrnehmungen kommen konnte, und würden darüber mit der CSD-Orga sprechen wollen.

3.————————————-

Als Antwort auf unseren offenen Brief vom 09.07. hat die Orga des CSD uns zunächst per Mail ein Gespräch vorgeschlagen. Kurz danach haben sie eine Stellungnahme veröffentlicht. Wir sind bereit auf das Gesprächsangebot der Orga einzugehen und möchten – wie bereits nach den ersten Protesten 2022 – erneut das Gespräch suchen. Wir hatten selbst auch schon in einer Mail vom 10.06. ein direktes Gespräch vorgeschlagen, als Reaktion auf die Standabsage. Dabei bleiben wir.

4.————————————-

Zur Standabsage der Orga: Es stimmt, dass bei unserer Standanmeldung am 14.05. noch keine Telefonnummer/verantwortliche Person benannt war. Wir sind generell eher vorsichtig mit der Herausgabe persönlicher Daten und haben daher mehr Zeit gebraucht, um intern Verantwortlichkeiten dafür zu klären. Ebenso war unsere Anmeldung inhaltlich knapp gehalten. Wir schrieben in der Anmeldung: „Wir wollen über Kritik an der Polizei auf dem CSD ins Gespräch kommen.“

5.————————————-

Es stimmt ebenso, dass die Kommunikation zu unseren Veranstaltungen bei den CSD-Kulturwochen von unserer Seite aus nicht ideal war und das die CSD-Orga uns an dieser Stelle entgegengekommen ist. Die Mails sind bei uns schlicht im Spam-Ordner gelandet. Dafür haben wir uns bereits bei der Orga entschuldigt.

6.————————————-

Die Standabsage kam am 05.06. und unsere Antwort am 10.06, also mehr als einen Monat vor dem CSD. Wir haben in unserer Antwort angekündigt die fehlenden Informationen zeitnah nachzureichen und ein persönliches Kennenlernen angeboten. Die Inhalte und Form unseres möglichen Infostandes erklärten wir ausführlich. Da es auf diese Mail bis kurz vor dem CSD keinerlei Reaktion gab, haben wir uns dafür entschieden, unsere Kritik an der Standabsage in einem offenen Brief an den CSD zu formulieren.

7.————————————-

Gleichzeitig ging es in der Stand-Absagemail der Orga eben nicht ausschließlich um organisatorische Gründe. Es hieß dort ebenso: „Der von euch beschriebene Schwerpunkt „Kritik an der Polizei“ stellt aus unserer Sicht kein originär queeres Thema dar.“ und „Für die Bewertung einer Standanmeldung ist für uns jedoch die inhaltliche Ausrichtung des Standes maßgeblich.„. Auf diesen Teil der Mail bezieht sich unser offener Brief.

8.————————————-

Wir haben uns bewusst entschieden in diesem Statement nicht auf alle Details der vergangenen Jahre einzugehen. Auch wenn wir vieles anders sehen, als es von der CSD-Orga dargestellt wird, möchten wir dies erstmal im direkten Gespräch ansprechen. Wir verstehen, dass dadurch Fragen offen bleiben und schreiben zu den konkreten Ereignissen gegebenenfalls nach einem Gespräch mit der CSD-Orga noch etwas.

Das von unserer Seite, wir hoffen alles weitere nun erstmal mit der CSD-Orga Kiel direkt besprechen zu können und werden der Orga in den nächsten Tagen dazu schreiben.

Soweit fürs Erste,

TKKG

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