(Triggerwarnung: Schilderung extremer queerfeindlicher Gewalt im ersten Absatz)
Zeit: Mo., 27.07.26 || 17 Uhr
Ort: Europaplatz

Das Abendprogramm des CSD Berlin musste gestern vorzeitig abgebrochen werden. Mehrere Menschen wurden durch ein Auto schwer verletzt, welches in die feiernde Menge gefahren wurde, ein Mensch überlebte nicht. Angesichts dieser schrecklichen Ereignisse wurde auch der für Sonntagmorgen geplante Frühstücksmarkt abgesagt.
CSDs sind für viele queere Menschen Räume, an denen sie für Sichtbarkeit, Respekt und Würde demonstrieren und die sie sich aktiv zurückerobern. Denn Queerfeindlichkeit führt meist dazu, dass Menschen ihr Lesbisch- oder Schwulsein, ihre trans*Identität, Bisexualität und Queerness verstecken – oder sich selbst aus öffentlichen Räumen zurückziehen. Trans*- und homofeindliche Hetze, die im Parlament, auf der Straße und im Internet in den letzten Monaten zunehmend geschürt wird, verstärkt die Gefühle der Bedrohung bei vielen. Doch bei verbalen Drohungen bleibt es nicht: Immer wieder gab es in den letzten Monaten Berichte über körperliche Angriffe auf queere Menschen.
Wenn gezielt queere Menschen auf dem CSD in Berlin angegriffen werden, dann ist das ein Angriff auf genau das, für was wir streiten: Sichtbarkeit, Freiheit und Unbeschwertheit. Das Gefühl, uns nicht verstecken zu müssen und richtig zu sein, wie wir sind.
Lasst uns gemeinsam einen Raum für Trauer und für Solidarität mit den Verletzten, der getöteten Person und den Angehörigen schaffen, aber auch um sichtbar zu bleiben, um laut zu bleiben und um füreinander da zu sein!
Wir haben ein paar Redebeiträge angefragt. Vermutlich werden wir zwischendurch etwas Musik spielen. Bringt gern Blumen oder ähnliches mit, die wir gemeinsam ablegen können.
Trauer, Wut und Widerstand!