Free ELLAⒶ, Björn und alle Gefangenen

Wir erklären uns solidarisch mit den beiden verurteilten Menschen Ella/UP1 und B. Sie gehören zu den vielen Menschen, die den Dannenröder Wald gegen den Bau der A49 verteidigten. Ella wurde am Montag, dem 23. Juni in Alsfeld verurteilt. Die Beweise sind mehr als notdürftig und das Urteil ist absolut unverhältnismäßig. Für uns ist klar: hinter dem Verfahren steht ein politisches Motiv. Die Verurteilung macht uns unfassbar wütend und traurig zugleich. Wie auch bei Lina aus Leipzig und etlichen anderen Prozessen der letzten Jahre dient das Verfahren dazu, öffentlich die angebliche „Gefahr von Links“ zu betonen, Ängste zu schüren und Aktivist*innen einzuschüchtern, um zukünftige politische Arbeit zu verhindern.
Während die Politiker*innen nicht genügend daran interessiert sind, Lösungen für aktuelle gesellschaftliche Probleme und die Einhaltung des 1,5 Grad Ziels zu finden, werden die Menschen verfolgt, die sich für eine (klima)gerechte Welt einsetzen. Wir haben das zuletzt im Danni gesehen oder bei den Autobahnabseilaktionen, als mehrere Menschen in Untersuchungshaft landeten, aber auch jetzt, wenn sie Rechnungen über Polizeieinsätze bekommen oder Strafverfahren weiter laufen. Zwei der damals Eingesperrten sitzen heute und vermutlich auch noch länger im Knast.
Es trifft immer wieder einzelne, doch gemeint sind wir alle.
Unsere Solidartät gilt all denen, die für ihren Kampf um eine solidarische und gerechtere Welt unter staatlichen oder zivilrechtlichen Repressionen leiden müssen. 
Klimaschutz ist kein Verbrechen!
Wir fordern Freiheit für Ella, Björn und alle anderen Gefangenen!

Diskussionsrunde „Wie bleiben wir langfristig aktiv?“

Die Audio-Aufnahme der Diskussionsrunde ist jetzt online. Ihr findet sie hier.

Wenn ihr noch einen kleinen Beitrag für unseren nachhaltigen Aktivismus da lassen wollt, überweist gerne was auf unser Antirep-Konto. Vielen Dank auch für die Unterstützung der Rosalux SH und die technische Unterstützung von Julian.

Für den weiteren Austausch haben Zuhörer:innen eine Riot-Chatgruppe gegründet:  https://element.io/ #nachhaltigaktiv:matrix.org  

Mit uns diskutiert haben:

  • Hanna Poddig ist langjährige Vollzeitaktivistin, war schonmal im Knast und hält es für strategisch sinnvoll als Aktivisti Schulden zu machen. Ihre letzte Veröffentlichung: Klimakämpfe – Wir sind die fucking Zukunft.
  • Rehzi Malzahn interviewte für ihr Buch „Dabei geblieben“ Aktivisti übers langfristig dabei bleiben, hat inzwischen aber eine kritische Position dazu und will „lieber Rahmen sprengen und eine andere Form des Seins, in der Kämpfen auch Platz hat, aber das nicht darauf reduziert ist“.
  • Timo Luthmann schrieb das „Handbuch nachhaltiger Aktivismus“, ist selbst seit den 90ern in Kämpfen aktiv und stellt sich die Frage: Was macht Aktivist*innen wie auch soziale Bewegungen widerstandsfähiger, kreativer und erfolgreicher?
  • Ditsche ist seit den 80ern in der autonomen Szene aktiv. Heute immer noch auf Klimacamps am Start und mit einiger Kritik an der eigenen Generation.

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Aktionstraining Verkehrswende // 18.07. von 12-18 Uhr // Kiel

Aktionen für eine Zukunft ohne Autos: Verkehrswende, Nulltarif, Fahrradstraßen

Sonntag, 18.07. von 12-18 Uhr, in Kiel, Alte Meierei, Hornheimer Weg2

Die platz-, sprit- und rohstofffressenden Stinker mit Steuermilliarden nochmal umrüsten, damit Autokonzerne und Bestattungsunternehmen weiter verdienen können? Radler*innen auf holperige Schmalspuren am Gehwegrand verbannen oder ihnen nagelneue Pisten in die Landschaft betonieren? Das kann es ja wohl nicht sein.
Das Land braucht eine echte Verkehrswende. Beton- und Asphaltfläche sind genug da, sie müssen umgenutzt und der Autoverkehr dafür zurückgedrängt werden. Wichtigste Bausteine sind Fahrradstraßen und ein fahrscheinloser öffentlicher Verkehr. Denn der verbindet die ökologische Verkehrswende mit sozialer Gerechtigkeit – eine seltene
Kombination, war Umweltpolitik doch bisher meist Politik für Reiche.

Dieser Workshop zeigt die Möglichkeiten einer Verkehrswende – und viele Aktionsideen, sie durchzusetzen. Wir haben Zeit, zu klären, was die wichtigsten Säulen einer Verkehrswende sind (ÖPNV, Fahrradstraßen, Nulltarif, autofreie Zonen, kurze Wege usw.). Im Hauptteil geht es um Aktionen, die den nötigen politischen Druck erzeugen, vom Aktionsschwarzfahren über Gehzeuge, Kommunikationsguerilla und Fahrradaktionen bis zu großen Kampagnen für autofreie Städte, auf Autobahnen oder gegen die großen Konzerne. Wir klären rechtliche Fragen, tauschen technische Tipps aus und, wenn wir Lust haben, probieren auch einiges aus.

Infoseite: verkehrsaktionen.siehe.website

Ende Gelände 2021 – Infos und Vorbereitung in Kiel

Bisher hat sich Ende Gelände auf die Kohleverstromung konzentriert. Bei der Aktion im Herbst 2020 wurde, neben einigen Zielen von Kohleinfrastruktur, zum ersten Mal auch die Baustelle einer Gas-Pipeline vorgeknöpft – damit geht es jetzt weiter!
Erdgas bzw. Liquified natural gas (LNG) ist genauso schädlich für das Klima wie Kohle. Die Förderung von LNG durch „Fracking“ macht den Einsatz von großen Mengen Chemikalien notwendig, die Trinkwasser und Umwelt in der Umgebung verschmutzen und zu einem Ort der Zerstörung machen. Damit wird die Existenzgrundlage von indigenen Menschen zerstört und koloniale Ausbeutung fortgesetzt.
Kommt mit uns nach Brunsbüttel! Stoppen wir zusammen das LNG Terminal, bevor es gebaut wird! Entmanteln wir zusammen das Narrativ der Brückentechnologie Gas, als eine Brücke ohne zweites Ufer, als Brücke ins Nichts. Denn: Weiterlesen

Diskussionsrunde „Kein Burnout, wenn die Welt brennt“

Online-Diskussionsrunde am 08.07.2021 um 19:00 Uhr mit Hanna Poddig, Timo Luthmann, Rehzi Malzahn und Ditsche

 

Link zum Stream: https://live.activism.international/

Falls der Stream Probleme macht gibt es HIER (tkkg.noblogs.org) Infos zum Ersatz.

Aktivismus kann anstrengend sein. Es gibt immer was zu tun und alles ist immer wichtig und dringend. „Wenn ich’s nicht mache, macht es niemand“ geht vielen durch den Kopf und so werden die eigenen Belastungsgrenzen schnell überschritten. Für die Sache.

Langfristig geht das an die Substanz und trägt dazu bei, dass Menschen irgendwann gar nicht mehr politisch aktiv sind. Dabei könnten politische Bewegungen soviel kraftvoller sein, wenn mehr Aktivist*innen früherer Generationen dabei geblieben wären.

Wie können wir politische Arbeit so gestalten, dass Menschen langfristig motiviert und dabei bleiben können? Um darüber zu diskutieren haben wir vier Menschen eingeladen über Fragen der Rolle des Aktivismus in ihrem Leben, Hoffnung, Motivation und Frustration sowie ihre Strategien zu sprechen.

– Ditsche ist schon seit den 80ern und bis heute in der autonomen Szene aktiv.

Rehzi Malzahn interviewte zahlreiche Aktivisti, die dabei geblieben sind.

Hanna Poddig ist langjährige Vollzeitaktivistin und lebt dafür mit Strafen und Schulden.

Timo Luthmann hat das „Handbuch nachhaltiger Aktivismus“ geschrieben Die

Überall und in Kiel: Verkehrswende-Aktionstage

Dieses Wochenende sind Verkehrswende-Aktionstage. An vielen verschiedenen Städten gibt es Aktionen zur Verkehrswende, am heutigen Samstag waren beispielsweise an zahlreichen Orten Demonstrationen auf Autobahnen geplant – die meisten davon wurden verboten. Nur auf der A49 bei Kassel darf morgen auf der Autobahn Fahrrad gefahren werden – am Abend vorher hatte ein Gericht das Verbot doch noch gekippt. All das zeigt, wie nicht nur wir den Behörden ein Dorn im Auge sind.

Quelle Bild: bielenbergkoppel.de

Auch in Kiel gibt es verschiedene Veranstaltungen. Am gestrigen Freitag demonstrierten wir auf Einladung von fridays for future per Fahrrad quer durch die Stadt – für die Verkehrswende und gegen geplante Autobahnen. Auf einer längeren Demoroute ging es über den Westring an der Autobahn vorbei über den Theodor-Heuss-Ring und dann durch den Wald, der für A21 und Südspange teilweise weichen soll und über die B404, die ausgebaut werden soll – alles mit einigen hundert Menschen auf dem Fahrrad bei gutem Wetter und entschlossener Laune, für die Verkehrswende einzutreten. Unter diesem Artikel findet ihr unseren Redebeitrag, den wir auf der Abschlusskundgebung halten durften (mit der freundlichen Anmoderation, dass wir umso sympathischer werden je mehr die Behörden uns hassen).

Schon am Freitag früh hatten Aktivist*innen in Wolfsburg ein Kohlekraftwerk blockiert, welches VW mit Strom versorgt. Auch ein Kohlezug und eine nahegelegene Gasepipeline im Bau wurden unter anderem mit Ankettaktionen lahmgelegt. All das unter dem Motto vw unplug – VW den Stecker ziehen. Denn das ist dringend nötig. Mit der Aktion wurden Kämpfe gegen fossile Energien wie Kohle und Gas sehr passend mit denen gegen die Autoindustrie verbunden. Auch Autoland VW ist nicht sicher vor Widerstand, mögen doch die Minister schimpfen so viel sie wollen.

Am heutigen Samstag um 16 Uhr geht es in Kiel weiter mit einer Online-Podiumsdiskussion organisiert von Students for Future. Am Sonntag ab 15 Uhr gibt es vom „Offenen Klimatreffen“ eine Kundgebung auf der Kiellinie/Reventlou-Wiese unter dem Motto „Keine Autobahn – Nirgendwo! Für eine echte Verkehrswende.“

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