Zu den Auseinandersetzungen rund um Polizeikritik beim CSD Kiel

1.————————————-

Folgender Text dient zur Darstellung unserer Perspektive und Klarstellung einiger Inhalte aus dem Statement vom CSD-Team.

Zunächst einmal sind wir selbst auch Teil der queeren Community, auch wenn dies in einigen Kommentaren auf Social Media immer wieder in Frage gestellt wird. Unsere Gruppe ist in sehr großen Teilen queer. Bei uns sind zwar auch ein paar endo-cis-hetero Personen dabei, diese halten sich bei der Auseinandersetzung um den Polizeistand beim CSD aber bewusst im Hintergrund.

2.————————————-

Uns ist es wichtig, dass sich alle Besucher*innen auf dem CSD wohlfühlen können. Unter Anderem deswegen protestieren wir gegen die Polizeipräsenz beim CSD. Unser Protest richtet sich gegen die Polizei, nicht gegen die CSD-Orga. In unserer Wahrnehmung ging von uns keine körperliche Gewalt gegenüber der CSD-Orga oder CSD-Teilnehmenden aus. Aus unserer Perspektive handelte die CSD-Orga insbesondere auch im letzten Jahr nicht deeskalativ. Menschen von der Orga rissen beispielsweise der vorlesenden Person den Redebeitrag aus der Hand und rüttelten an ihr. Wir fragen uns, wie es da zu so unterschiedlichen Wahrnehmungen kommen konnte, und würden darüber mit der CSD-Orga sprechen wollen.

Weiterlesen

CSD Kiel 2026 Bericht

Gestern war in Kiel wieder CSD. Im Vorfeld hatten wir einen offenen Brief an die CSD-Orga veröffentlicht, in dem wir kritisieren, dass die Polizei zum Straßenfest eingeladen wird, um dort einen Stand zu machen, während ein Stand mit Polizeikritik durch die CSD-Orga untersagt wird. Sowohl angesichts der namensgebenden Aufstände gegen Polizeigewalt, auf die der CSD zurückgeht, als auch im Hinblick auf die queerfeindlichen Strukturen in
der Polizei, die auch heute bestehen, ist das für uns geradezu absurd.
Erfahrungsberichte queerer Personen zu Polizeigewalt könnt ihr in unserem letzten Beitrag lesen.

Weiterlesen

Stimmen von queeren Menschen zu Queerness und Polizei

Triggerwarnung: Queerfeindlichkeit, Polizeigewalt, sexualisierte Gewalt

Auf CSDs bekommt die Perspektive von queeren Menschen, die Polizeigewalt erleben, oder sich aus anderen Gründen mit der Polizei auf dem CSD nicht wohlfühlen, oft wenig Raum. Gestern haben wir daher einen Offenen Brief an @csdkiel veröffentlicht. Heute wollen wir weitere Stimmen von Queers sichtbarer machen, die von ihren Erfahrungen und Gedanken zur Polizei erzählen.

Den vollständigen Offenen Brief findet ihr hier

Weiterlesen

Queeres Straßenfest: Polizei eingeladen, kritische queere Stimmen ausgeschlossen – Offener Brief an den CSD Kiel

Die Auseinandersetzung um die Rolle der Polizei auf dem CSD Kiel hat einen neuen Tiefstand erreicht: In den letzten Jahren kritisierten queere Aktivist*innen immer wieder den Zustand, dass der CSD Kiel aktiv die queere Ansprechstelle der Polizei SH zu seinem Straßenfest einludt und der rassistischen, gewalttätigen und autoritären Institution somit eine Bühne bot, sich progressiv und queerfreundlich darzustellen. Nachdem es in den letzten Jahren immer wieder Störaktionen rund um den Polizeistand gab, welche wahlweise gänzlich durch das Umstellen mit Transparenten blockiert oder wie im letzten Jahr durch einen Redebeitrag mit Banner daneben begleitet wurde, hatten wir uns dieses Jahr eigentlich dazu entschieden, einen anderen Weg zu gehen und in Absprache mit der Orga unsere Gegenposition zur Polizei an einem ‚offiziellen‘ Stand kundzutun. Wir wollten nicht, dass sich Szenen wie die im letzten Jahr wiederholen, wo die CSD-Orga den per Megafon gehaltenen Redebeitrag von uns und anderen Menschen der ‚Queer solidarity Aktionsgruppe‘ entwendete und vor unseren Augen demonstrativ zerriss, bevor sie dann die Polizei rief, um uns vom Straßenfest entfernen zu lassen. Wir wollen keine Spaltung und keine Gewalt innerhalb der queeren Community in Kiel – wir wollen Sichtbarkeit für die Perspektive polizeikritischer Queers innerhalb der queeren Community! An unserem Stand wollten wir mit den Besucher*innen des Straßenfestes über die Präsenz der Polizei auf dem CSD ins Gespräch kommen und Infomaterialien zu Polizeigewalt und Polizeikritik bereitstellen. Doch das wurde uns nun von der Orga des CSD Kiel in einer Mail untersagt!

Weiterlesen

Bericht zum Prozess wegen Vermummung

Am 29.06. fand vor dem Amtsgericht Kiel die Verhandlung im Prozess um den angeblichen Verstoß gegen das Vermummungsverbot auf der Kundgebung gegen die AfD vom 05.09.25 statt.

Nach Sicherheits- und Taschenkontrollen sowie etwas Wartezeit wurden die betroffene Person und Prozessbegleitende in den Gerichtssaal eingelassen. Der Antrag auf Rechtsbeistand (Laienverteidigung) wurde von der Richterin nach längerer Prüfung stattgegeben, sodass die betroffene Person sich nicht alleine verteidigen musste. Nachdem die Richterin den Vorwurf des Bußgeldbescheids vorgetragen hatte, wurde auch schon der geladene Zeuge in den Gerichtssaal gerufen. Der Polizist berichtete, dass er selbst gar nicht vor Ort war und nur den beschriebenen Sachverhalt aus der Akte kenne. Danach kam die betroffene Person zu Wort und wies darauf hin, dass der Vorwurf aus dem Bußgeldbescheid sich lediglich auf einen Verstoß gegen Anordnung zur Durchsetzung des Vermummungs- und Schutzausrüstungsverbots bezieht und dafür keine Beweise vorliegen.

Weiterlesen

Unser Redebeitrag von der „Take Back The Night“ Demonstration

‚However I dress, wherever I go – yes means yes and no means no!‘ Eine kleine, aber superlaute und kämpferische queerfeministisch Demo zog am Samstagabend durch die Innenstadt, direkt über die Kieler Woche. Einen Demobericht findet ihr bei Fantifa Kiel (Link führt zu Instagram) Im folgenden und in den Kommentaren unseren Redebeitrag (Der Redebeitrag wurde von zwei Personen gehalten daher 1 und 2):

„1) Triggerwarnung: sexualisierte Gewalt

Ich war noch recht jung, so Anfang zwanzig. Ich hatte gerade erst angefangen, politisch aktiv zu sein. Es fühlte sich toll und aufregend an, Teil von etwas Größerem zu sein – Teil von der Klimabewegung, wo ich endlich das Gefühl hatte, wirklich mit Menschen zusammen zu kommen. Dass ich, gemeinsam mit anderen, etwas bewegen konnte. Und dass ich eigene Unsicherheiten und Ängste – mit der Hilfe, dem Zutrauen und ernstgenommen-werden von anderen Menschen – überwinden kann. Ich wurde selbstbewusster und traute mir zu, Raum einzunehmen, meine Gedanken und Ideen zu teilen.

Weiterlesen