Vergangenen Freitag lud die AfD mal wieder zu einer Veranstaltung im Rathaus. Thema war die EU-Politik. Mit der Aufgabe ihres Kieler Büros scheinen sie ihre Veranstaltungen nun hier zu intensivieren. Der Zentrale Protest fand an der Waisenhofstraße statt.

Dort versammelten sich am Nachmittag etwa 150 Antifaschist*innen beim Zugang zu den Parkplätzen am Hintereingang des Rathauses. Wie schon die letzten Male hatte die Polizei den Bereich zuvor mit Gittern und Ketten abgesperrt und sich mit großem Aufgebot auf dem Parkplatz zwischen Protest und Rathaus platziert. In mehreren Redebeiträgen wurden solidarische Grüße nach Flensburg geschickt, wo es genau wie in Kiel am vergangenen Osterwochenende zu rechten (Brand)angriffen auf den linksradikalen Laden Subtilus sowie auf mehrere Parteibüros kam. Als dann nach und nach die gerade einmal 13 Besucher*innen der AfD ankamen, wurden sie mit lauten Parolen ‚begrüßt‘.



Zum Ende der Kundgebung hin sammelte sich unten auf dem Rathausplatz eine Gruppe Antifas, die spontan zur Musik eines Lautis anfing zu tanzen – unmittelbar unter dem Ratssaal in dem die AfD-Veranstaltung stattfand. Immer mehr Menschen gesellten sich dazu. Es dauerte eine gewisse Zeit, schließlich tauchte aber auch die Polizei auf und eskalierte mal wieder relativ unvermittelt. Die tanzenden Menschen wurden gewaltsam um einige Meter zurück gedrängt, ohne, dass es dafür einen erkennbaren Grund gab. Diese ließen sich davon jedoch nicht beirren und die tanzbare Fläche wurde um das Dach eines Polizeiwagens erweitert. Dies nahm die Polizei erneut zum Anlass gewalttätig zu werden. Eine Person wurde temporär festgesetzt um ihre Identität aufzunehmen. Im Anschluss löste sich die Versammlung rasch auf. Eine Kolonne an Polizeiautos verfolgte Antifas noch einige Zeit durch die Fußgänger*innenzone bevor sich alle Beteiligten ins Wochenende verabschieden konnten.



