Als die Bauarbeiter am Montagmorgen gegen 06:30 Uhr auf der Baustelle eintrafen, staunten sie nicht schlecht: Auf allen Fahrzeugen, die sie zur Arbeit benötigten, saßen Aktivist*innen mit bunten Transparenten. Sie blockierten damit zwei Bagger, einen Radlader und einen Traktor auf Höhe Kirchbarkau. Anfänglich herrschte eine gereizte Stimmung, in der einer der Arbeiter damit drohte, seine Arbeit ungeachtet der Aktivist*innen aufzunehmen und sie damit zu gefährden. Er stieg ins Führerhäuschen einer der Bagger und täuschte an, die Maschine zu starten. Nach kurzer Zeit stieg er allerdings unverrichteter Dinge wieder herab und auch die Stimmung bei den restlichen Arbeitern lockerte sich auf. Herbeifahrende Arbeiter berichteten den Übrigen aufgeregt über eine nahegelegene Brücke – und weitere Aktivist*innen, die von dieser runterhängen würden. Sofort machten sich einige auf den Weg, um sich das Spektakel mit eigenen Augen anzusehen.
Ungefähr zeitgleich entschied sich die Baustellenleitung dazu, die Polizei herbeizurufen, die kurze Zeit später eintraf und alle Standorte und die dortigen Aktivist*innen begutachtete. Interessanterweise handelte es sich dabei nicht etwa um eine gut geschulte Einsatzhundertschaft, sondern um bunt zusammengewürfelte Streifenwagen aus der Gegend. Entsprechend ratlos waren diese zunächst und warteten erst einmal eine lange Zeit ab. Die Bauarbeiter beschlossen unterdessen, nicht länger in der nebligen, dunklen Kälte auszuharren und ins warme Büro zu fahren und dort einen Kaffee zu trinken und Pause zu machen. An der Brücke war zusätzlich die freiwillige Feuerwehr Kirchbarkau eingetroffen, doch auch hier sollte es noch länger dauern, bis die Räumung begann. Die Aktivist*innen beschäftigten sich in dieser Zeit damit, Bücher zu lesen und die mit ansteigenden Helligkeit mehr und mehr erkennbare Umgebung inklusive einiger Gänse zu beobachten, die vorbeiflogen.
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Archiv der Kategorie: Aktion
Abschluss-Pressemitteilung
Baustopp an der Baustelle A21 – Klimaaktivist*innen setzten sich für einen Baustopp und besseren ÖPNV ein.
Heute, den 10.03.2025 wurde in Kirchbarkau bei Kiel, der Ausbau der Bundesstraße B404 zur Autobahn A21 vorübergehend gestoppt. Aktivist*innen der TurboKlimaKampfGruppe (TKKG) saßen auf einem Radlader, sowie einem Bagger und einem Traktor und seilten sich über der Baustelle von einer Brücke ab. Sie zeigten mehrere Banner unter anderem mit der Aufschrift: „ÖPNV für alle und umsonst“. Die Bauarbeiten konnten erst nach einer erheblichen Verzögerung wieder aufgenommen werden.
Pressemitteilung
Kirchbarkau bei Kiel, 10.03.2025 am frühen morgen begaben sich ca. 15 Menschen der TurboKlimaKampfGruppe Kiel (TKKG) auf die Baustelle der A21. Sie erklommen mehrere Baufahrzeuge und seilten sich von einer Überführung ab, um ihre Forderungen für eine sozialgerechte Verkehrswende in die Tat um zu setzten. Sie fordern den Stopp des umstrittenen Ausbaus der B404 zur A21 samt Nebenstrecken und wollen ein Zeichen setzen gegen deutschlandweite Investitionen in Straßenbauprojekte. Die Bauarbeiten mussten daraufhin eingestellt werden.
Bericht von den Protesten gegen den AfD „Bürgerdialog“ am 3.Februar im Walkerdamm
Scheiß AfD, Scheiß Faschistenpack,
ihr habt Keinen Platz in unsrer Stadt!
Am Montag den 03.02.25 hatte die AfD zu einem von ihren sogenannten „Bürgerdialogen“ in der Landesparteizentrale im Walkerdamm eingeladen. Grund für die Veranstaltung war die anstehende Bundestagswahl. Zu dieser versucht sie ihre rassistische, sexistische und neoliberale Politik salonfähig zu machen. Dies weckte einen breiten Protest. So kamen fast 600 Menschen aus verschiedensten Spektren auf zwei Gegenkundgebungen zusammen. Auf der einen Kundgebung Ecke Walkerdamm/Hopfenstraße wurden Reden gehalten, laut skandiert und gesungen. Zu weiteren Vorfällen kam es dort (soweit wir wissen) nicht.
Auf der Zweiten Kundgebung Ecke Walkerdamm/Bäckergang wurde schon direkt am Anfang darauf aufmerksam gemacht, dass die AfD nicht die einzige rechte Partei ist, gegen die wir aktiv werden müssen. Menschen riefen: „Ganz Kiel hasst die CDU“. Etwa 400 Antifas fanden sich hier zusammen und waren gemeinsam laut. Die Polizei sperrte mal wieder einen Korridor mit Hamburg Gittern ab. Eine Halbe Stunde vor Veranstaltungsbeginn war dann klar, dass hier zumindest einzelne der rechtsoffenen bis rechtsextremen Besucher*innen zur AfD durchgehen würden. Dies wollten einige Antifas nicht zulassen. Ca 15 von ihnen postierten sich mit Transpi vor dem Zugang zur Veranstaltung. Sehr schnell kamen weitere dazu. In der Dynamik setzten sich einige hin. Dem Beispiel folgten weitere, bis schließlich ca. 20 Menschen saßen. Weiterlesen
Protest gegen AfD Wahlkampfstand in Kiel
Gemeinsam gegen Krise und Rechtsruck!
Am heutigen Samstagvormitttag baute die AfD gegen 10:00 Uhr einen Wahlkampfstand auf dem Asmus-Bremer-Platz in der Innenstadt auf und versuchte mit Flyern ihre rassistische, nationalistische Propaganda unter die Leute zu bringen.
Von Beginn an waren die Rechten dabei nicht allein: Noch bevor sie ihren Stand richtig aufgebaut hatten, begannen Menschen in einem großen Baum direkt gegenüber Transparente sowie Antifa – und Queer prideflaggen aufzuhängen. Parallel dazu ertönte von einem der Häuserdächer am Platz lautstark ein Redebeitrag, der die Umstehenden dazu aufrief, sich nicht auf die Propaganda der AfD einzulassen und sich dem Rechtsruck entschlossen entgegen zu stellen.
Gleichzeitig war auch schon die Polizei mit einem massiven Aufgebot von über 50 Einsatzkräften eingetroffen und positionierte sich schützend direkt neben dem Stand der AfD. Sie bauten einen Gitterzaun auf dem Platz auf und versuchten zunächst, die eintreffenden Antifas hinter diesem zu halten um sie möglichst weit von der AfD in der Fußgänger*innenzone abzudrängen. Diese ließen sich jedoch nicht abwimmeln und positionierten sich mit einem Pavillon samt einer breiten Auswahl an Infomaterial direkt gegenüber von der AfD. Weitere eintreffende Antifas wurden von der Polizei brutal abgedrängt und hinter die Absperrung geschubst, was sie nicht daran hinderte, lautstark ihren Protest in Richtung der AfD zu rufen. In der Folge wurden von zahlreichen Leuten im direkten Umkreis des AfD-Standes fleißig Flyer gegen Rechtsruck, AfD und Krise verteilt.
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Zu Besuch bei der Wahlkampfveranstaltung der FDP in Kiel
Wer hat, der gibt – wer nicht gibt wird enteignet!
Diese und andere Parolen schallten heute gegen Mittag über den Rathausplatz in Kiel. Der ehemalige Finanzminister Christian Lindner und seine Partei FDP hatten zu einer Wahlkampfveranstaltung geladen, 150 FDP-Fans und Interessierte kamen dafür in etwa zusammen.
Ebenfalls eingetroffen waren aber auch etwa 50 Menschen, die spontan und ohne vorherigen Mobilisierung lautstark gegen die rassistischen und armenfeindlichen Takes Lindners skandierten. ‚Tax the rich!‘ und ‚100 Milliarden für Bildung und Gesundheit!‘ waren nur zwei der zahlreichen Parolen, die die Protestierenden der neoliberalen Propaganda entgegenhielten. Außerdem waren laute Paukenschläge und Trillerpfeifen zu hören. Die Polizei war mit einem großen Aufgebot vor Ort und versuchte die Protestierenden auf Abstand zu halten.
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Starker antifaschistischer Protest, Trauerspiel bei der AfD. Bericht von den Aktionen gegen den AfD-Aufmarsch in Neumünster
Zum ersten Mal seit November 2023 traute sich die AfD mit einer Demonstration in Schleswig-Holstein auf die Straße. In Neumünster kamen zum rechtsextremen Aufmarsch gerade einmal 150 Anhänger*innen.
Ein breites Bündnis hatte zum Gegenprotest mobilisiert. Darunter Parteien, zivilgesellschaftliche Organisationen und antifaschistische Gruppen. Dem Aufruf folgten mehr als 2000 Menschen.
Vom Bahnhof zog der antifaschistische Demozug lautstark über den Großflecken, die Altonaer und die Boostedter Straße auf den Sachsenring zur Kreuzung Sachsenring/Haart, die durch die Cops gesperrt wurde. Dort fand auch die offizielle Abschlusskundgebung statt.
Doch war dies nicht der Abschluss von kreativen Aktionen gegen den Afd-Umzug mit seinen menschenfeindlichen Parolen, sondern Auftakt für viele entschlossene Kleingruppen den Afd-Umzug überall auf seiner Demoroute zu stören.