Protest gegen Polizeirechtsverschärfung. Vor Beginn der Sitzung des Landtags Schleswig-Holstein bot sich am heutigen Mittwoch Morgen ein ungewohntes Bild: Mit einem Holz-Polizei-Auto und einer Spielzeug-Kelle wurden Menschen auf dem Weg zum Landtag kurz angehalten um ihnen einen Ekel-Haft-Befehl auszuhändigen.
Auf den ausgehändigen Zetteln stand: „Ihr Verhalten wurde von der KI-Videoüberwachung als auffällig eingestuft. Sie stehen unter Verdacht einen Angriff auf Grundrechte vorzunehmen. Melden Sie sich deshalb zur Prüfung und für die Durchführung weiterer Maßnahmen auf Ihrer zuständigen Dienststelle.“ Auf der Rückseite waren einige Kritikpunkte an der Verschärfung des Polizeirechts, welche heute im Landtag behandelt wird, dargestellt.
Die Alte Welt liegt im Sterben. Aber sie stirbt nicht geräuschlos, sondern im Spektakel: Eine Menschheit hält ihren Blick wie gebannt auf einen Bildschirm gefesselt, und darauf wird Sekunde um Sekunde dem Leben ein Ende gemacht. Eigentlich unvergessliche Bilder werden sofort von neuen Schrecken verdrängt. Rauch zieht auf an allen Horizonten; es ist die Zeit der Monster. Es ist die Zeit eines blutleeren, fast gelangweilt daherkommenden Neofaschismus – eine Zeit des Ausverkaufs. Und es ist eine Zeit der namenlosen Toten.
Gemeinsam mit über 750 Menschen waren wir am Freitagin Kiel auf der Straße zum Klimastreik, der von fridays for future Kiel organisiert wurde. Am Exerzierplatz startete der Streik um fünf nach Zwölf mit einer Auftaktkundgebung, bei der neben Fridays for Future selbst – sowie Umwelt- und Meeresschutzorganisationen – auch die antimilitaristische Baumhausbesetzung „MFG5 Bleibt Zivil“ mit einem Redebeitrag zu Wort kam. Darin wurde auf den Zusammenhang von Aufrüstung und der fortgesetzen Klimazerstörung hingewiesen sowie zu Widerstand gegen den Verkauf des Geländes an die Bundeswehr aufgerufen.
Die Demo setzte sich dann am Hauptbahnhof vorbei in Richtung Theodor-Heuss-Ring in Bewegung. Dort angekommen gab es eine Zwischenkundgebung mit weiteren Redebeiträgen neben einer Brücken-Abseil-Aktion der Baumhausbesetzung. Unter anderem machte die Gewerkschaft FAU Kiel in einem Redebeitrag klar: Klimaschutz heißt Klassenkampf! Energiewende, Verkehrswende und ein Weg hin zu Klimagerechtigkeit kann nur sozial gerecht und antikapitalistisch sein!
Kommt zum offenen Aktionstraining! Hintergrund sind die Proteste von Widersetzen (8. Mai in Demmin) und Ende Gelände (28.-30. Mai im Rheinland). Das Training kann natürlich auch unabhängig von einer Teilnahme an den Aktionen besucht werden.
Geübt werden verschiedene Formen der Blockade, Umgang mit Polizei(-ketten), Verhalten bei Massenaktionen (als Individuum und als Bezugsgruppe) und vieles mehr.
Das Training geht rund zwei Stunden. Beginn ist um 16:30 Uhr in der Alten Meierei. Hornheimer Weg 2 in Kiel. Im Anschluss findet eine Mobi-Veranstaltung zur diesjährigen Aktion von Ende Gelände statt.
„Vom 14. bis zum 17. Mai 2026 laden wir alle Antifaschist:innen wieder zu unserem alljährlichen Antifa-Wochenende in Kiel ein. Der Startschuss fällt am Donnerstagabend mit dem regulären Antifa-Café in der Alten Meierei. Hier setzt sich dann am Freitag und Samstag auch das Programm des Wochenendes fort. Seinen Abschluss findet alles am Sonntag im Stadtteilladen Anni Wadle. In diesen vier Tagen wird eine Fülle an Vorträgen und Workshops zu verschiedenen Facetten antifaschistischer Politik in Theorie und Praxis geboten. Merkt euch den Termin und kommt vorbei!
In diversen Vorträgen und Workshops wollen wir nach Antworten suchen, uns kennenlernen, vernetzen und organisieren, denn die einzige Alternative zur aufziehenden Dystopie kann nur der revolutionäre Bruch mit dem Bestehenden sein. Ob schon länger dabei oder gerade neu dazu gestoßen: Wir laden alle Antifaschist:innen zu einem produktiven und solidarischen Zusammenkommen und Austausch unter Genoss:innen ein, um die wachsenden Herausforderungen, mit denen wir als Linke derzeit konfrontiert sind, gemeinsam zu entschlüsseln und auch weiterhin kollektiv und konsequent entgegen treten zu könne
Kommt zum Antifa-Wochenende 2026 – go get organized!“
Ausgewählte Veranstaltungen des Antifa-Wochenendes finden in Kooperation mit der @rosalux_sh statt. Weitere Informationen zum Programm folgen zeitnah! antifa-kiel.org | altemeierei.de | stadtteilladen.gaarden.net | sh.rosalux.de
In unserem Workshop wollen wir gemeinsam Ausschnitte aus einer Dokumentation gucken und uns anschließend vertiefend mit Teilaspekten und Strömungen der anarchistischen Bewegung beschäftigen. Vorwissen ist nicht nötig.
Die Veranstaltung findet im Rohrbruch 56 in der Kieler Straße 56 in 24143 Kiel Gaarden statt und ist Teil der Mobilisierung für die anarchistische erste Mai Demonstration in Hamburg.
Klimakrise – war da was? Vor einigen Jahren gingen Tausende zu den von Fridays for Future organisierten Klimastreiks auf die Straßen – auch in Kiel. Erst die Pandemie, jetzt die weltweit eskalierdenden Kriege haben das Thema in den Hintergrund gedrängt, obwohl sich nichts an der Dringlichkeit der sich anbahnenden Klimakatastrophe geändert hat. Aber all diese Krisen sind kein Zufall, sie hängen miteinander zusammen und ihre Ursachen liegen größtenteils im Kapitalismus, der Mensch und Planeten gnadenlos ausbeutet und alle zwingt, im gegenseitigen Wettbewerb um Profite und Macht zu bestehen.
Das Klima hat sich um über 1,5 Grad erwärmt, damit ist die lange propagierte Grenze, die nötig ist, um das Leben auf diesem Planeten halbwegs gut zu erhalten, gerissen. Interessieren tut das kaum jemanden, dabei erleben wir selbst hier die Auswirkungen, etwa durch heißere Sommer oder lange Trockenheitsphasen. In Schleswig-Holstein können Deiche gegen den steigenden Meeresspiegel höher gebaut werden, im globalen Süden ist meist weniger Geld da und in der Folge leiden die Menschen bereits weit mehr unter den Auswirkungen der Erderhitzung. Viele müssen ihr Zuhause verlassen und fliehen, weil die Lebensgrundlage verschwindet. Trotzdem werden weiter Ressourcen und Gebiete ausgebeutet und selbst Wasser aus wasserarmen Gegenden für globale Konzerne genutzt – nur damit der globale Norden seinen verschwenderischen Lebensstandard halten kann und die Global Player ihre Gewinne einfahren. Das ist Kapitalismus und damit verbundener Kolonialismus, zutiefst ungerecht und ausbeuterisch gegenüber Mensch und Umwelt.