Demo für Sichere Häfen auf dem Wasser und an Land

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*   Freitag 15 Uhr Ostseekai     *
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Aufruf:

In der Nacht auf Mittwoch wurde das Lager Moria auf der griechischen Insel Lesbos durch Feuer zerstört. Mehr als 13000 Menschen haben nicht einmal mehr ein Zeltdach über dem Kopf. Die Situation in dem Lager ist schon seit Monaten katastrophal, und politisch so gewollt. Selbst die Aufnahme von 27 Geretteten, die seit vier Wochen auf dem Tanker Etienne warten, scheint für unsere Politiker:innen ein unlösbares Problem zu sein. Viele äußern sich offen rassistisch. Andere verstecken sich hinter leeren Worten und machen Menschenleben zu einem Spielball im Hin- und Herschieben von Verantwortung und jahrelanger Untätigkeit.
Dabei haben wir Platz für diejenigen, die Hilfe brauchen. Über 170 Städte und Kommunen haben sich dazu bereit erklärt, Geflüchtete aufzunehmen. Wir wollen keine abgeschottete Festung Europa!
Mit jedem Tag, der verstreicht, ohne dass wir handeln, verursachen wir weiteres Leid. Moria ist eine humanitäre Katastrophe. Hoffnungslosigkeit, Wut und Verzweiflung sind unerträglich.
Lasst uns die Menschen sofort dort rausholen!
Wir demonstrieren auf dem Wasser und an Land für Sichere Häfen, und ein Ende der unmenschlichen europäischen Abschottungspolitik. Infos, wie ihr euch beteiligen könnt, findet ihr unten.

Warum die Planänderung?

Die Meldung von den Feuern im Lager Moria in dieser Nacht hat uns schockiert, traurig gemacht und mitgenommen. Zu einem solchen Zeitpunkt fühlt es sich unangemessen an, den Fokus auf Protest gegen Kreuzfahrtschiffe zu legen, auch wenn diese den europäischen Rassismus und die brutale Ungerechtigkeit gut verkörpern.
Dass wir gegen Treibhausgasemissionen, Luftverschmutzung und schlechte Arbeitsbedingungen im Kontext von Kreuzfahrten protestieren, ist notwendig. Es ist aber auch ein Privileg, denn in Moria kämpfen in diesen Augenblicken Menschen um ihr Leben.
Seit Jahren ignoriert die Politik die untragbare Situation an den europäischen Außengrenzen. Gerade öffnet sich ein Fenster, um die Situation zu ändern. Wir sollten jetzt alles tun, was möglich ist, um den Geflüchteten beizustehen! Es war geplant, die Demo am Freitag auf das Motto „Kreuzfahrtschiffe (k)enternund die Herstellung von Klimagerechtigkeit auszurichten.
Stattdessen möchten wir unserer Wut, Trauer, Empörung und Angst über die Zustände an den europäischen Außengrenzen direkt Ausdruck verleihen. Deswegen rufen wir dazu auf, am Freitag für die Aufnahme der Geflüchteten zu demonstrieren.

Ursprünglicher Demoaufruf – Kreuzfahrtschiffe (k)entern, immer und überall:

Hier noch ein paar Infos, wie ihr euch am Freitag beteiligen könnt:

(Die natürlich gleich geblieben sind:)
    
  • Wenn ihr mit dem Paddel- oder Ruderboot kommt, seid doch um 14 Uhr an der Spitze der Förde. Dort paddeln wir gemeinsam los zum Startpunkt der Demo um 15 Uhr am Ostseekai. Direkt am Startpunkt gibt es keine Möglichkeit, ein kleines Boot ins Wasser zu lassen! Am Ende geht es auch gemeinsam dorthin wieder zurück. Bitte zieht Rettungswesten an und achtet darauf, dass ihr genug Erfahrung im Paddeln habt. Vom Kreuzfahrtschiff sollten 50m Abstand gehalten werden. Wenn ihr mitpaddeln wollt und kein Boot habt, schreibt uns kurz an, damit wir schauen können, ob noch Platz ist.
  • Wenn ihr mit einem Segelboot kommt, seid einfach um 15 Uhr am Treffpunkt auf dem Wasser genau südlich vom Ostseekai (also zwischen Schifffahrtsmuseum und Kreuzfahrtschiff). Das Boot dürft ihr natürlich gern mit Transparenten und -Fahnen schmücken.
  • Wenn ihr an Land bleibt, kommt um 15 Uhr zum südlichen Ende des Ostseekais (also Richtung Schifffahrtsmuseum). Wenn ihr vorher schon helfen wollt, Flyer an Passagier*innen zu verteilen, sind wir ab 13 Uhr am Kreuzfahrt-Terminal um das zu machen. Gerne längere Zangen o.ä. mitbringen um Flyer mit Sicherheitsabstand verteilen zu können.

Ein Gastbeitrag von Sarah, Mäulchen und Lui zur Jugendkrimiserie TKKG

Warum wir die Jugendkrimiserie TKKG sehr problematisch und scheiße finden
Stand April 2020

Hallo liebe lesende Person,
Wir haben uns in den letzten Monaten immer wieder mit den Hörspielen von TKKG beschäftigt. Die Hörspiele oder Bücher der Krimiserie TKKG enthalten sehr viel ungutes Zeug. Jetzt schaffen wir es endlich mal, unsere Kritik und unseren Ärger über die Serie in einen Text zu packen und zu erklären – hoffentlich verständlich.

Wenn du Zugang zu Spotify hast, kannst du dir alle Folgen von TKKG anhören (es sind über 200). Du findest sie unter „TKKG“ oder die älteren Folgen unter „TKKG Retro Archiv“. Wenn du die ersten beiden Folgen anhörst, erkennst du wahrscheinlich schon selbst einen Großteil unserer Kritik. Continue reading

TKKG Turbo-Klimakampf oder rassistische und sexistische Kackscheiße?

Die ursprünglichen TKKG (Tim-Karl-Gabi-Klösschen), eine Detektiv-Serie für Kinder, sind verdammt eklig diskriminierend. Gabi, das einzige Mädchen, darf oft nicht mit, weil das „zu gefährlich“ für ein Mädchen wäre. Fat-Shaming Witze über Klösschens Gewicht und sein Essverhalten sind ein Running Gag. Und der Täter ist oft dadurch erkennbar, dass er „ausländisch“ ist und die jeweiligen rassistischen Stereotype erfüllt.

Als wir uns den Namen Turbo-Klima-Kampf-Gruppe ausgesucht haben, waren wir uns dessen nicht bewusst. Wir wollten uns damals einfach irgendeinen flapsigen Namen geben und haben das mit der Namensfindung nicht so richtig ernst genommen, weil wir es unnötig fanden, dass Gruppen überhaupt nen Namen haben müssen. Anfangs haben wir noch regelmäßig geändert wofür TKKG denn jetzt eigentlich steht – irgendwann ist der Turbo-Klima-Kampf hängen geblieben. Continue reading