Stimmen von queeren Menschen zu Queerness und Polizei

Triggerwarnung: Queerfeindlichkeit, Polizeigewalt, sexualisierte Gewalt

Auf CSDs bekommt die Perspektive von queeren Menschen, die Polizeigewalt erleben, oder sich aus anderen Gründen mit der Polizei auf dem CSD nicht wohlfühlen, oft wenig Raum. Gestern haben wir daher einen Offenen Brief an @csdkiel veröffentlicht. Heute wollen wir weitere Stimmen von Queers sichtbarer machen, die von ihren Erfahrungen und Gedanken zur Polizei erzählen.

Den vollständigen Offenen Brief findet ihr hier

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Queeres Straßenfest: Polizei eingeladen, kritische queere Stimmen ausgeschlossen – Offener Brief an den CSD Kiel

Die Auseinandersetzung um die Rolle der Polizei auf dem CSD Kiel hat einen neuen Tiefstand erreicht: In den letzten Jahren kritisierten queere Aktivist*innen immer wieder den Zustand, dass der CSD Kiel aktiv die queere Ansprechstelle der Polizei SH zu seinem Straßenfest einludt und der rassistischen, gewalttätigen und autoritären Institution somit eine Bühne bot, sich progressiv und queerfreundlich darzustellen. Nachdem es in den letzten Jahren immer wieder Störaktionen rund um den Polizeistand gab, welche wahlweise gänzlich durch das Umstellen mit Transparenten blockiert oder wie im letzten Jahr durch einen Redebeitrag mit Banner daneben begleitet wurde, hatten wir uns dieses Jahr eigentlich dazu entschieden, einen anderen Weg zu gehen und in Absprache mit der Orga unsere Gegenposition zur Polizei an einem ‚offiziellen‘ Stand kundzutun. Wir wollten nicht, dass sich Szenen wie die im letzten Jahr wiederholen, wo die CSD-Orga den per Megafon gehaltenen Redebeitrag von uns und anderen Menschen der ‚Queer solidarity Aktionsgruppe‘ entwendete und vor unseren Augen demonstrativ zerriss, bevor sie dann die Polizei rief, um uns vom Straßenfest entfernen zu lassen. Wir wollen keine Spaltung und keine Gewalt innerhalb der queeren Community in Kiel – wir wollen Sichtbarkeit für die Perspektive polizeikritischer Queers innerhalb der queeren Community! An unserem Stand wollten wir mit den Besucher*innen des Straßenfestes über die Präsenz der Polizei auf dem CSD ins Gespräch kommen und Infomaterialien zu Polizeigewalt und Polizeikritik bereitstellen. Doch das wurde uns nun von der Orga des CSD Kiel in einer Mail untersagt!

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Bericht zum Prozess wegen Vermummung

Am 29.06. fand vor dem Amtsgericht Kiel die Verhandlung im Prozess um den angeblichen Verstoß gegen das Vermummungsverbot auf der Kundgebung gegen die AfD vom 05.09.25 statt.

Nach Sicherheits- und Taschenkontrollen sowie etwas Wartezeit wurden die betroffene Person und Prozessbegleitende in den Gerichtssaal eingelassen. Der Antrag auf Rechtsbeistand (Laienverteidigung) wurde von der Richterin nach längerer Prüfung stattgegeben, sodass die betroffene Person sich nicht alleine verteidigen musste. Nachdem die Richterin den Vorwurf des Bußgeldbescheids vorgetragen hatte, wurde auch schon der geladene Zeuge in den Gerichtssaal gerufen. Der Polizist berichtete, dass er selbst gar nicht vor Ort war und nur den beschriebenen Sachverhalt aus der Akte kenne. Danach kam die betroffene Person zu Wort und wies darauf hin, dass der Vorwurf aus dem Bußgeldbescheid sich lediglich auf einen Verstoß gegen Anordnung zur Durchsetzung des Vermummungs- und Schutzausrüstungsverbots bezieht und dafür keine Beweise vorliegen.

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Unser Redebeitrag von der „Take Back The Night“ Demonstration

‚However I dress, wherever I go – yes means yes and no means no!‘ Eine kleine, aber superlaute und kämpferische queerfeministisch Demo zog am Samstagabend durch die Innenstadt, direkt über die Kieler Woche. Einen Demobericht findet ihr bei Fantifa Kiel (Link führt zu Instagram) Im folgenden und in den Kommentaren unseren Redebeitrag (Der Redebeitrag wurde von zwei Personen gehalten daher 1 und 2):

„1) Triggerwarnung: sexualisierte Gewalt

Ich war noch recht jung, so Anfang zwanzig. Ich hatte gerade erst angefangen, politisch aktiv zu sein. Es fühlte sich toll und aufregend an, Teil von etwas Größerem zu sein – Teil von der Klimabewegung, wo ich endlich das Gefühl hatte, wirklich mit Menschen zusammen zu kommen. Dass ich, gemeinsam mit anderen, etwas bewegen konnte. Und dass ich eigene Unsicherheiten und Ängste – mit der Hilfe, dem Zutrauen und ernstgenommen-werden von anderen Menschen – überwinden kann. Ich wurde selbstbewusster und traute mir zu, Raum einzunehmen, meine Gedanken und Ideen zu teilen.

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Aufruf zur solidarischen Prozessbegleitung in Kiel

29.06., 9 Uhr, Deliusstraße 22, Amtsgericht in Kiel

Am 05.09.2025 wurde ein*e Antifaschist*in nach Auflösung einer Kundgebung gegen die AfD vor dem Kieler Rathaus von einer Gruppe behelmter Cops mit Schmerzgriffen herausgezogen, kurzzeitig in Gewahrsam genommen und kontrolliert.
Der Vorwurf der Vermummung auf einer Kundgebung wird nun am 29.06.2026 vor dem Amtsgericht in Kiel verhandelt.

Zwar wurde nur eine Antifaschistin isoliert herausgezogen, aber gemeint sind wir alle: Die polizeiliche und juristische Willkür kann jede*n von uns treffen. Weder die angeklagte Person noch wir lassen uns durch polizeiliche Schikane und staatliche Repression unterkriegen – antifaschistischer Protest bleibt notwendig!

Kommt zum Prozess und unterstützt die betroffene Person!

Alerta, alerta, antifascista!

Klimawoche zur Kiwo

Bald beginnt die KiWo, doch gleichzeitig die Klimakrise ist akuter den je! Denn die Wetter extreme und Temperaturen nehmen zu, die Chance das wir diverse Kipppunkte reißen steigt und und und! Und was macht unsere Regierung?


Sie stellt Profite vor unser aller Zukunft und baut die eh schon unzureichenden Klimaschutzmaßnahmen ab!
Nicht mit uns! Deswegen veranstalten wir dieses Jahr parallel zur KiWo die Klimawoche mit verschiedenen Aktionen und einer Abschlussdemo am 28.06 ab 14 vom Hbf.


Wir sehen uns!

Bericht von der Demonstration gegen das neue Polizeigesetz in Schleswig-Holstein

Am Samstag demonstrierten wir trotz des regnerischen Wetters gemeinsam mit knapp 600 Personen gegen die Polizeirechtsverschärfungen in Schleswig-Holstein. Die geplanten Befugnisse zur Videoüberwachung, algorithmischer Verhaltenskontrolle, biometrischer Identifizierung mittels Internet-Daten und bis zu 2-monatigem Präventiv-Gewahrsam stoßen auf unseren Widerspruch – den wir in einem breiten Bündnis zeigten. Diese Widersprüche wurden mit zahlreichen Sprechblasen aufgezeigt, die in der Demonstration gezeigt wurden.

Mit vielen lauten Parolen voller Polizeikritik startete die Demo am Bahnhof. Ein gutes Drittel der Demo bestand aus Fußballfans von Holstein Kiel, die in einem eigenen Block liefen mit Fahnen, lautstarken Gesängen und Choreografien. Es waren zwar viele Cops vor Ort, diese beschränkten sich jedoch auf’s nebenher laufen und auf das Schützen der Polizeistation in der Blumenstraße, bis auf ein kurzes Gerangel am Ende, als die Demoteilnehmenden von der Straße vor dem Ort der Abschlusskundgebung gedrängt wurden.

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