Vergangenen Freitag lud die AfD mal wieder zu einer Veranstaltung im Rathaus. Thema war die EU-Politik. Mit der Aufgabe ihres Kieler Büros scheinen sie ihre Veranstaltungen nun hier zu intensivieren. Der Zentrale Protest fand an der Waisenhofstraße statt.
Dort versammelten sich am Nachmittag etwa 150 Antifaschist*innen beim Zugang zu den Parkplätzen am Hintereingang des Rathauses. Wie schon die letzten Male hatte die Polizei den Bereich zuvor mit Gittern und Ketten abgesperrt und sich mit großem Aufgebot auf dem Parkplatz zwischen Protest und Rathaus platziert. In mehreren Redebeiträgen wurden solidarische Grüße nach Flensburg geschickt, wo es genau wie in Kiel am vergangenen Osterwochenende zu rechten (Brand)angriffen auf den linksradikalen Laden Subtilus sowie auf mehrere Parteibüros kam. Als dann nach und nach die gerade einmal 13 Besucher*innen der AfD ankamen, wurden sie mit lauten Parolen ‚begrüßt‘.
Es geht in die nächste Runde: Auch diesen Monat darf die faschistische AfD auf den Ratssaal im Kieler Rathaus zurück greifen, um dort eine weitere „Fraktion im Dialog“-Veranstaltung abzuhalten. Und auch diesmal muss als Referent wieder das eigene Personal aus der Region herhalten. Der schleswig-holsteinische Europa-Abgeordnete der AfD, Volker Schnurrbusch, soll hier zum Verhältnis von EU und Kommune sprechen. Und wie immer sagen wir: Es interessiert uns einen Scheißdreck, was Rechte zu sagen haben, egal zu welchem Thema.
Die erneute Veranstaltung im Rathaus kann als weiterer Baustein in dem Versuch der Kieler AfD gewertet werden, auch abseits der Wahlkampfzeiten eine kontinuierliche Präsenz in der Stadt zu entwickeln. Auch die sich zuletzt häufenden montägliche Propaganda-Stände in der Innenstadt, bei denen sie diese Veranstaltungen bewirbt, müssen so eingeordnet werden.
Erfreulicherweise bleiben diese rechten Raumnahmeversuche auch weiterhin nicht unbeantwortet: Weder am Rathaus, noch an besagten Montagen bleibt die AfD lange allein. Kieler Antifas stellen sich mit langem Atem den AfD-Auftritten entgegen, wo immer sich die rechten Hetzer aus den Löchern wagen. Und selbst an einem verregneten Montagnachmittag müssen sie damit rechnen, von einer zweistelligen Anzahl Gegendemonstrant:innen lahm gelegt zu werden.
Damit dies weiterhin so bleibt, rufen wir alle Antifaschist:innen dazu auf, sich am kommenden Freitag der Überlassung des Rathauses an die Faschisten entgegen zu stellen. Seid laut, nehmt euch den Raum rund um das Rathaus, belagert den Einlass und kommt zur Antifa-Kundgebung. Wenn auch Gesellschaft und politischer Mainstream nach Rechts rücken, autoritäre Krisenverwaltung von oben durchgesetzt wird und Nationalismus und Rassismus grassieren, werden wír uns der Normalisierung der rechten Brandbeschleuniger auch weiter konsequent entgegen stellen. Wir sehen uns auf der Straße!
Nicht nachlassen: Kein Fußbreit dem Faschismus – dem Rechtsruck entgegen!
Zum Trans* Day of Visibility (Trans* Tag der Sichtbarkeit) fanden sich vorgestern Nachmittag rund 70 trans* Personen und Allies bei Sonne, Wind und einem bunten Fahnenmeer zu einem gemeinsamen Picknick am Bootshafen zusammen. 🌞🏳️⚧️ Neben einem leckeren Buffet, Spielen und guter Musik gab es Redebeiträge, vorgelesene Buchausschnitte und Zitate, in welchen auf verschiedene Aspekte der Sichtbarkeit von trans* Personen hingewiesen und auch persönliche Erfahrungen geteilt wurden.
Außerdem nutzten die Besucher*innen der Veranstaltung die Möglichkeit, eine große trans* Flagge mit Kommentaren und Zitaten zu bemalen, um stärkende und positive Botschaften von und für die trans* Community zu hinterlassen.
Nach etwa zweieinhalb Stunden endete mit Sinken der Sonne und Temperatur zwar die Veranstaltung, doch nicht unsere Sichtbarkeit! Egal ob laut oder leise, kämpferisch oder entspannt, wütend, traurig, fröhlich, jung oder alt—wir stehen zusammen und sagen mit Recht: Trans* sein ist wunderschön!⚧️🏳️⚧️🫂🩵🩷🤍🩷🩵
Gegen Nachmittag stellten sich bei bestem Kieler Wetter, mit wechselweise strahlendem Sonnenschein und (Schnee)Regen, etwa 25 Antifaschist*innen einem AfD-Stand auf dem Asmus-Bremer-Platz entgegen. Hubert Pinto de Kraus und die anderen AfDler versteckten sich unterdessen die meiste Zeit unter ihrem Pavillon, um nicht nass zu werden. Trauten sie sich doch mal raus um Flyer zu verteilen, wurden sie von den meisten der dem Wetter geschuldet vergleichsweise wenigen Passant*innen ignoriert.
Der antifaschistische Gegenprotest unterdessen rückte schrittweise näher an den AfD-Pavillon heran und verabschiedete die AfDler zum Abschluss nochmal gebührend.
Bleibt auch die nächsten Wochen aufmerksam und achtet auf Ankündigungen! Der AfD keine ruhige und ungestörte Propagandashow!
Am Samstag mobilisierten wir wieder einmal zusammen mit zahlreichen anderen Antifaschist*innen aus ganz Schleswig-Holstein nach Neumünster, um der Propaganda der Neonazis von der Partei ‚Die Heimat‘ (ehemals NPD) entgegenzutreten.
Während vor Ort schon ab kurz vor eins die ersten Demonstrationen und Gegenkundgebungen, unter anderem von Verein Tolzi starteten und sich auf den gegenüberliegenden Bürgersteigen platzierten, machten sich einige Antifaschist*innen auf eigene Faust auf den Weg zum Kundgebungsort der Faschist*innen auf dem Gänsemarkt.
So hallte es gestern Nachmittag wieder einmal durch die Waisenhofstraße, als etwa 100 Antifaschist*innen erneut gegen die Präsenz der AfD und ihrer Anhänger*innen im städtischen Rathaus protestierten.
Die meisten von ihnen versammelten sich dafür direkt am Eingang zum Parkplatz des Rathauses. In verschiedenen Redebeiträgen betonten die Redner*innen, wie wichtig es ist nicht nachzulassen und den Rechten und Faschist*innen weiterhin nicht den städtischen Raum ohne weiteres zu überlassen. Das Bündnis Widersetzen nannte zudem wichtige anstehende Termine, die sich Antifaschist*innen unbedingt im Kalender notieren sollten, wie den 08. Mai, an dem Neonazis in Demmin (MV) so wie jedes Jahr mit ihrem ‚Trauermarsch‘ zum Jahrestag des Endes des zweiten Weltkrieges die Naziverbrechen relativieren wollen. Haltet Augen und Ohren offen für weitere Ankündigungen!
Besucher*innen für die AfD-Veranstaltung im Ratsaal blieben bis auf ein paar wenige aus. Unterdessen stellte die zweite Eutiner Einsatzhundertschaft mal wieder ihr Können in Puncto Eskalation und Gefährdung von Menschenleben unter Beweis: Eine Gruppe von Antifas, die sich am anderen Straßenende auf dem Gehweg positionieren wollte, wurde gewaltsam auf die befahrene Straße, geradewegs vor einen Bus geschubst und geschlagen. Mit einem riesigen, behelmten und behandschuhten Aufgebot verfolgten die Einsatzkräfte die Antifas daraufhin in bedrohlich (oder eben angesichts des Ablaufes geradezu peinlich) anmutendem Auftritt auf Schritt und Tritt, auch noch mehrere Minuten nach Auflösung und Beendigung der Versammlung.
Die Ansammlung von Antifas blieb in etwa bis Veranstaltungsbeginn der AfD an der Straße und machte mit Transpis und Parolen den Protest auch an dieser Seite sicht- und hörbar. Danach zog sie geschlossen zur Kundgebung am Parkplatz.
Demo zum Tag der politischen Gefangenen: Mi. 18.03.2026 | 18h Platz der Matrosen Kiel
„Am 18. März begehen wir als Linke seit über 100 Jahren den Tag der politischen Gefangenen. Dieser Tag hat in den letzten Jahren auch in der BRD an Bedeutung gewonnen. In Zeiten der Krise erleben wir eine massive Militarisierung der Polizei, einen Ausbau der Überwachungsorgane, Gesetzesverschärfungen und zunehmende Hetze gegen politische Kräfte, die sich der autoritären Formierung der bürgerlichen Gesellschaft in den Weg stellen. Immer mehr Aktivist*innen sehen sich von Repressionen bis hin zu Knast bedroht.
Im Februar dieses Jahres wurde die antifaschistische Aktivist*in Maja in Budapest nach einem monatelangen Schauprozess wegen der Beteiligung an Aktionen gegen den Neonazi-Großaufmarsch „Tag der Ehre“ zu 8 Jahren Haft verurteilt. Majas Urteil ist aber nur ein besonders drastischer Höhepunkt der Kriminalisierung antifaschistischer Politik. Vor wenigen Wochen begann in Düsseldorf der Prozess im „Budapest-Komplex“ gegen Paula, Nele, Emi, Moritz, Clara und Luca. Bereits im letzten Jahr wurde Hanna aus Nürnberg zu 5 Jahren Haft verurteilt. Zeitgleich werden zahlreiche Genoss:innen weiterhin im „Antifa-Ost“-Verfahren angegriffen, mit denen notwendiger militanter Selbstschutz in Regionen, aus denen der „NSU“ erwachsen ist und in denen die AfD die stärkste Kraft stellt, kriminalisiert werden soll.
Die Repression des Staates soll widerständiges Handeln lähmen, um die Perspektive auf ein besseres Leben und eine befreite Gesellschaft zu zerstören. Doch wir dürfen uns nicht brechen lassen, gerade in Zeiten, in denen faschistische Kräfte erstarken, die Mitte weit nach rechts rückt, soziale Errungenschaften zerschlagen werden, Kriege eskaliert werden und der Kapitalismus den Planeten aufzufressen droht. Wenn der Staat angreift, müssen wir als Linke zusammenstehen, uns mit betroffenen Genoss:innen solidarisieren und ihre Repression abwehren. Denn treffen wird es immer Einzelne, gemeint sind stets alle, die sich gegen Faschismus, Ausbeutung und Unterdrückung wehren.“