Schilder-Wald: In Soli(t)darity we stand – einzeln, aber nicht alleine

Kiel // Samstag 28.03.2020 //  14:00 bis 15:00 Uhr

Gründe zum demonstrieren gibt es in diesen Zeiten genug: Im griechischen Flüchtlingslager Moria werden Menschen zu zehntausenden unter furchtbaren Zuständen festgesetzt, in Deutschland werden Grundrechte eingeschränkt, durch Quarantäne steigt die häusliche Gewalt, tausenden Kulturschaffenden droht der Bankrott, Missstände im Gesundheitssystem zeigen sich besonders deutlich...

Gleichzeitig sind unsere herkömmlichen Protest-Möglichkeiten stark eingeschränkt. Deswegen müssen wir neue Wege finden miteinander gegen Missstände vorzugehen – ohne dabei das Risiko einer Ansteckung einzugehen. Lasst uns dazu Kiel mit Schildern und Transpis fluten – diesen Samstag von 14 bis 15 Uhr vom Vinetaplatz bis zum Alten Markt. Stellt euch alleine oder zu zweit mit eurer Botschaft auf. Um aufzufallen, eignen sich Pappschilder, Transpis, Symbolkleidung, Kreide, Straßenmusik uvm. Lasst Passant*innen genügend Raum vorbeizugehen, haltet Abstand zum nächsten Schilder-Duo und packt euch was vor den Mund, um Andere nicht anzuhusten.

Es braucht dafür keine Versammlungsanmeldung. Rechtlich gesehen wärt ihr erst ab drei Personen eine Versammlung.

 

 

 

Sorgen wir gemeinsam dafür, dass selbst in Krisen-Zeiten der Kampf für ein solidarisches, gutes Leben für alle weiter geht!

Uns ist eine emanzipatorische, kapitalismuskritische und solidarische Ausrichtung des Protests wichtig. In dieser Krise passiert so vieles, so schnell – was vor ein paar Wochen noch nicht mal denkbar gewesen wäre, wird jetzt ohne zu zögern umgesetzt. Warum nicht also jetzt anfangen unsere Utopien umzusetzen?

Hier eine Liste unserer Ideen frei zum ergänzen:

Bedingungsloses Grundeinkommen: Sowas ist schon lange überfällig. Die Krise könnte eine Gelegenheit sein es über mehrere Monate hinweg zu erproben. Und es wäre eine schnelle, unbürokratische Hilfe für all jene, die gerade darum bangen, wie sie in nächster Zeit ihr Essen bezahlen sollen: https://www.change.org/p/finanzminister-olaf-scholz-und-wirtschaftsminister-peter-altmaier-mit-dem-bedingungslosen-grundeinkommen-durch-die-coronakrise-coronavirusde-olafscholz-peteraltmaier Es sollte selbstverständlich auch für Menschen verfügbar sein, die gerade aus allen anderen Finanz-Hilfen rausfallen: Illegal arbeitende Sexarbeiter*innen, illegalisierte Flüchtlinge und andere: https://www.hydra-berlin.de/aktuelles/

Gesundheitssystem stärken: Krankenhauspersonal muss ein angemessenes Gehalt verdienen. Dann muss auch niemand durch ein neues Infektionsschutzgesetz zu dieser Arbeit gezwungen werden. Krankenhäuser und das Gesundheitssystem sollten allen unabhängig von ihren finanziellen Mitteln zur Verfügung stehen – deswegen sollten wir sie aus dem Markt rausnehmen. 

Flüchtlingslager auflösen: Die Situation in Flǘchtlingslagern war schon vorm Ausbruch von Corona untragbar. Diese Lager sollten so schnell wie möglich evakuiert werden und die Flüchtlinge in leerstehenden Wohnungen untergebracht werden. Warum gibt es Rettungsflüge für Tourist*innen, aber nicht für Flüchtlinge? https://seebruecke.org/news/gesundheitsversorgung-sicherstellen-lager-aufloesen-menschen-und-ihre-rechte-schuetzen/

Solidarische Nachbar*innenschaft: Unterstützt Menschen, die zur Risikogruppe gehören, durch Einkäufe und haltet digitalen Kontakt zueinander. Seid aufmerksam in eurer Nachbar*innenschaft und unterstützt Menschen, die von häuslicher Gewalt betroffen sind: https://www.frauenhauskoordinierung.de/aktuelles/detail/pressemeldung-auch-frauenhaeuser-und-fachberatungsstellen-von-corona-krise-betroffen/

Zukünftige Krisen verhindern: Wir müssen raus aus Kohle und Atom – jetzt! Stattdessen muss die dezentrale, erneuerbare Energieversorgung massiv ausgebaut werden. Flugzeuge direkt am Boden und Kreuzfahrtschiffe in den Häfen lassen. Autofreie Innenstädte gerade jetzt, damit im Freien Platz bleibt, um Abstand zu halten. Klimaschutz sollte ist wichtiger als die kapitalistische Wirtschaft. Wenn wir es nicht schaffen die Co2-Emissionen zu senken, dann drohen uns bald die nächsten Kipppunkte und Krisen: Youtube: Volker Quaschnig – Was kollabiert noch alles nach Corona?

Wohnraum für alle: Es kann nicht sein, dass Menschen auf der Straße leben und dort wegen des Kontaktverbots neuerdings vertrieben werden, während Wohnraum leersteht. Leerstehende Wohnungen und Hotelzimmer sollten Obdachlosen zu Verfügung gestellt werden. Bei drohender Quarantäne sollte Leerstand auch für Menschen verfügbar sein, die es nicht bei ihrer Familie oder in ihrer Wohngemeinschaft aushalten.

Knäste öffnen: Knäste waren schon immer scheiße: https://de.indymedia.org/node/72379 Corona verschärft die Haft-Bedingungen: Die Gesundheitsversorgung ist schon ohne Krise schlecht und sozialer Kontakt ist für viele Gefangene dank Isolation und Besuchsverbot grade kaum möglich. Gleichzeitig verbreiten sich Krankheiten auf so engem Lebensraum schnell. Deswegen Freiheit für alle Gefangenen! Berichte über die Corona-Maßnahmen aus Knästen in Leipzig: https://de.indymedia.org/node/72861 und Plötzensee: https://de.indymedia.org/node/72604 und Freiburg: https://de.indymedia.org/node/72387 und Chemnitz: https://de.indymedia.org/node/72459 und den dreien von der Parkbank: https://de.indymedia.org/node/72748 

Auch auf diesen Blog findet ihr Inspirationen für mögliche Forderungen: htts://coview.info/blog/

Im Wendland wurde bereits vorgemacht, wie diese Protestform funktionieren kann: http://keinruhigeshinterland.org/2020/03/21/tag-gegen-rassismus-kundegebung-2-0-in-luechow/

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