Test mit Geh-Mobilen für die Autofrei-Demo

Am heutigen Dienstag war inmitten des Autoverkehrs auf der Holtenauer Straße eine Gruppe Fußgänger*innen unterwegs, die in großen tragbaren Holzlattenkonstruktionen steckten. Die Gehmobile sollen den Platzbedarf eines Autos verdeutlichen und aufzeigen, wieviel Raum für andere Aktivitäten frei würde, wenn Autos aus der Stadt verbannt würden. Aktive der TurboKlimaKampfGruppe transportierten die Gehmobile heute zum Test durch die Innenstadt. Sie sollen auf der Demonstration am Freitag zum Einsatz kommen.

Ein Bündnis aus TKKG, BUND, ADFC, VCD, AStA der CAU und weiteren lokalen Initiativen ruft am Freitag zu einer Demonstration unter dem Motto „Straßenparty statt Rush Hour“ auf. Diese startet um 14 Uhr auf dem Bahnhofsvorplatz und zieht von dort aus über den Theodor-Heuss-Ring. Am Theodor-Heuss-Ring werden seit Monaten Stickoxid-Messwerte überschritten. Da die Stadt Kiel nicht ausreichend reagiert, nehmen wir die Verkehrswende jetzt selbst in die Hand. Die Ursache der Luftverschmutzung wird durch neues Pflaster, eine Absauganlage und durch die Sperrung einer Fahrspur nicht verändert. Die gemessenen Werte werden, wenn überhaupt, nur beschönigt. Wir brauchen keine Bekämpfung von Messwerten, sondern eine echte Verkehrswende und eine drastische Reduzierung des gesamten Autoverkehrs.
Der Gehmobil-Test wurde von Passant*innen positiv aufgenommen. Kurz vor dem Ende verwies die Polizei rechtswidrigerweise die Gehmobile von der Fahrbahn. Laut §25 der Straßenverkehrsordnung müssen Menschen, die Fahrzeuge oder sperrige Gegenstände mitführen, die Fahrbahn benutzen, wenn auf dem Gehweg Andere behindert werden würden. Die Polizei hat also gängiges Recht ignoriert, um einen weiteren Fahrstreifen für Autofahrer*innen zu öffnen.
In ganz Kiel, also beispielsweise auch auf der Holtenauer Straße, auf der jetzt die Gehmobile transportiert wurden, soll nach Ansicht der Gruppe der individualisierte Autoverkehr weichen. Stattdessen soll dort und an anderen Hauptverkehrsstrecken eine Straßenbahn gebaut werden, die deutlich mehr Fahrgäste auf weniger Raum befördern kann. Ein weiteres Instrument für die Verkehrswende ist ein kostenloser öffentlicher Personennahverkehr, der auch Menschen mit wenig Geld Mobilität und damit mehr Teilhabe an gesellschaftlichem Leben ermöglicht. Wichtig ist darüber hinaus eine Politik der kurzen Wege. Das heißt, dass Einkaufs- und sonstige Versorgungsmöglichkeiten auch in Rad- oder Laufreichweite zur Verfügung stehen müssen – insbesondere im ländlichen Umland von Kiel.
Auch deshalb geht es am Freitag wieder auf die Straße – kommt alle zur Demonstration über den Theodor-Heuss-Ring.

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