Solidarität mit Maja! – Bannerdrop zum Aktionstag

In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag haben wir ein Banner mit dem Text „FREE MAJA“ auf einem Dach des Campus der Uni (CAU) Kiel aufgehängt. Damit beteiligen wir uns am internationalen Aktionstag für Maja. Vor Majas Urteilsverkündung wollen wir damit Solidarität mit Maja zeigen und Druck auf die deutsche Politik ausüben. 

Maja T. ist eine nicht-binäre antifaschistische Person, der vorgeworfen wird im Jahr 2023 mehrere Neonazis am so genannten „Tag der Ehre“ körperlich angegriffen zu haben. 

Am „Tag der Ehre“ kommen Neonazis aus ganz Europa in Ungarns Hauptstadt zusammen, um an den Ausbruchsversuch der Wehrmacht und Waffen-SS sowie ihrer ungarischen faschistischen Verbündeten während der Schlacht um Budapest zu gedenken.

Zusammen mit weiteren Antifaschist*innen ist Maja im „Budapest-Komplex“ angeklagt. Bereits im Dezember 2023 war Maja T. deshalb festgenommen worden und wurde im Juni 2024, entgegen eines Beschlusses des Bundesverfassungsgerichts nach Ungarn ausgeliefert.

Die Bedingungen, in denen Maja in Ungarn inhaftiert ist, sind unmenschlich. Das Antifolterkomitee des Europarats stellte in einem Bericht aus dem Jahr 2024 körperliche Misshandlungen sowie Erniedrigungen von Gefangenen in ungarischen Gefängnissen fest.

Nacktkontrollen sind auch ohne Anlass Alltag und der Kontakt zu Familien und Freund*innen wird stark eingeschränkt. 

Insbesondere die nicht-binäre Identität von Maja ist dabei von Bedeutung, da queere Identitäten in Ungarn immer weniger anerkannt werden. Unter der rechten politischen Führung von Präsident Orbán und der Fidesz Partei werden immer mehr Gesetze gegen queere Menschen erlassen. So wurden beispielsweise starke Repressionen gegen Teilnehmende der zuvor verbotenen Pride Parade in Budapest verhängt. 

Seit über 500 Tage ist Maja nun in Isolationshaft. Isolationshaft über die Dauer von wenigen Wochen hinaus richtet dauerhafte Schäden an und ist eine Foltermethode. Maja sagt: „Am schwersten ist nicht die Zelle. Es ist das Gefühl, dass die Welt weitergeht und ich stehen bleibe.“

Im Sommer 2024 hat Außenminister Wadephul versprochen, sich für bessere Haftbedingungen für Maja einzusetzen – passiert ist seitdem nichts. 

Am 18.1.26 kommt Wadephul nach Itzehoe zum Neujahrsempfang der CDU. Dies nehmen wir als Anlass, direkten Druck auf ihn auszuüben. 

Es wurde eine Kundgebung am 18.01.26 um 12:30 Uhr vor dem Hotel Mercator in Itzehoe angemeldet. 

Wir fordern eine Rückführung von Maja nach Deutschland! Maja drohen in Ungarn 24 Jahre Haft – weiterhin unter diesen unmenschlichen Bedingungen. Maja und Majas Familie fordern daher eine Rückführung und erhoffen sich von einem Prozess in Deutschland deutlich weniger entmenschlichende Bedingungen eines Gerichtsprozesses.

Die Kriminalisierung von Antifaschismus ist weltweit ein Problem. US-Präsident Trump hat „Antifa Ost“ als Terrorgruppe gelistet. Das hat auch Auswirkungen auf Europa: Die GLS-Bank und Sparkasse haben Roten Hilfe und anderen linken Organisationen die Konten gekündigt. Diese und weitere Repressionen gegen antifaschistischen Protest werden immer mehr und auch in Deutschland werden die Stimmen lauter die eine „Bekämpfung der Antifa“ fordern. 

Gerade in solchen Zeiten müssen wir solidarisch bleiben und gemeinsam kämpfen!

Lasst uns die Gefangenen nicht vergessen und unsere Stimmen auch nicht angesichts der massiven Repressionswelle leiser werden lassen – Free Maja, Antifa bleibt notwendig!

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