Chaos im Autoverkehr gestiftet – Konzept der mobilen Straßenblockaden ging auf

Die TurboKlimaKampfGruppe hatte heute im Anschluss an die Klimastreik-Großdemonstration in Kiel zu mobilen Straßenblockaden aufgerufen. Die Aktion fand statt im Rahmen eines breiten Aktionstages. FFF hatte eingeladen und TKKG, People4Future, Extinction Rebellion, Fossil Free, Ende Gelände und weitere lokale Kieler Klimagruppen sind der Einladung gefolgt und beteiligten sich jeweils mit eigenen Aktionsformen, mal legal, mal ungehorsam. Insgesamt ziehen wir nach unseren Straßenblockaden ein positives Fazit – das Konzept ist aufgegangen. Und auch wenn es aufgrund des großen Polizeiaufgebots schwierig war mit Autofahrer*innen direkt zu sprechen, konnten wir doch Aufmerksamkeit auf unser Ziel des autofreien Kiels lenken. Die Botschaft kam an.

Nach der letzten Rede von Fridays For Future ging es los, erst mal ungestört zum Knooper Weg, zur ersten Blockadestelle, wo für eine knappe halbe Stunde der Straßenverkehr blockiert wurde – unter netter Musik und Beobachtung der Polizei. Ein Filmteam vom NDR begleitete uns und machte ein Interview. Da allerdings ein ziemlich kalter Wind wehte und wir dachten mit den vielen Menschen schaffen wir auch eine größere Straße zu blockieren, brachen wir Richtung Westring auf.

Das war wohl doch zu ambitioniert, denn ein Großaufgebot der Polizei war schneller und versperrte die Straße in martialischer Montur mit einer Polizeikette, in der insgesamt wohl so viele Menschen standen wie davor auf der Straße.

Nach zwei Aufforderungen uns zu entfernen ließen wir es bei den Kräfteverhältnissen nicht auf eine Räumung ankommen und zerstreuten uns. Nur um uns relativ unerwartet von der Polizei zur erneuten Blockade auf der Holtenauer Straße zu treffen. Die Linienbusse wurden von uns übrigens so weit möglich durchgelassen – denn schließlich wollen wir einen Ausbau des Personennahverkehrs, kostenfrei und mit viel mehr Verbindungen. Deshalb sollten die Busfahrenden nicht die Leidtragenden sein. Selbstverständlich wurden auch zu keinem Zeitpunkt Fahrradfahrer*innen oder Fußgänger*innen blockiert – die Verkehrswende nahmen wir heute selbst in die Hand.
Nach dem die Gruppe sich erneut teilte und versuchte sich auf dem Knooper Weg zu versammeln wurde es der Polizei dann zu bunt. Ohne die rechtlich eigentlich nötigen Ankündigungen schubste sie einige Menschen einfach von der Straße.

Nur um im Anschluss selbst die gesamte Kreuzung mit knapp 10 Wannen zu blockieren – vielen Dank für diesen beherzten Klimaschutz!
Während der Wannen-Blockade nahmen sie Personalien einiger weniger auf, um einen Platzverweis zu erteilen. Wie viel von der Ankündigung sie würde die Daten am Abend nach Ende des Platzverweises löschen stimmt, zeigt schon die Pressemitteilung der Polizei: Dort ist die Rede davon, dass sie zur Verfolgung von Ordnungswidrigkeiten dienen sollen. Die meisten konnten einfach so gehen. Da es jedoch schon dunkel und immer noch kalt war, beendeten wir die erfolgreichen Aktionen für den Tag und konnten müde, aber zufrieden nach Hause gehen.

Insgesamt hatten wir den Eindruck, dass alle Beteiligten Spaß an den mobilen Straßenblockaden hatten und das unser Konzept ganz gut funktioniert hat. Wir bedanken uns bei allen die da waren und mit uns blockiert haben, auch bei den Menschen von Extinction Rebellion, die sich spontan angeschlossen haben, sodass wir mit einer größeren Gruppe flexibel agieren konnten. Mit allen die da waren können wir uns vorstellen, jederzeit wieder zu blockieren! Für ein autofreies Kiel und eine echte Verkehrswende statt Geld für die Autoindustrie zum Bau von Elektroschrott!

Gerade weil das in den Medien nicht so viel Erwähnung fand, wollen wir uns auch nochmal explizit bedanken bei allen anderen, die nach der Demonstration Aktionen durchgeführt haben: Vom Verteilen regionalen Essens von den Farmers For Future über verschiedene Fahrraddemonstrationen von den BUND-Gruppen bis zu musikalischen Einlagen von der Fukushima Mahnwache Schönberg und Fossil Free. Für den Kampf gegen den Klimawandel brauchen wir verschiedenste, vielfältige Aktionen – uns ist wichtig, diese gleichberechtigt nebeneinander zu stellen und nicht eine höher zu bewerten als andere.

Wie immer nach unseren Aktionen gilt: Solltet ihr Briefe/ Verfahren bekommen meldet euch zeitnah bei uns (tkkg[a]riseup.net) und geht bei Bedarf zur Rechtshilfe-Beratung der Roten Hilfe. Wir lassen niemanden alleine!

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