Bericht zur Kreuzfahrtkundgebung gegen Queen Victoria

Gegen 14 Uhr starteten wir am Ostseekai, genau an der Stelle an der wir Wochen zuvor bei einer vorherigen Kundgebung von Polizei und Seehafen widerrechtlich weggeschickt wurden, gut gelaunt mit ca 25 Menschen Flyer an Passant*innen und Passagier*innen zu verteilen. Dabei kamen teils überraschend produktive Gespräche mit Passagier*innen mit teilweise viel Einsicht für die Problematik und ihr eigenes Fehlverhalten zustande.

Etwa um 16.30 Uhr begann dann die Kundgebung. Es waren zu diesem Zeitpunkt ca 120 Menschen zusammen gekommen um gegen Kreuzfahrten und ihre fatalen Auswirkungen für Mensch und Umwelt zu demonstrieren.
Es folgten mehrere Reden zur Ausbeutung des Personals an Bord, wo Menschen teilweise nur 2€ Stundenlohn bei bis zu 12 Stunden/ Tag arbeiten, der legalen Steuerhinterziehung der Kreuzfahrtkonzerne (im Jahr 2016 zahlte TUI lediglich 1% ihres Gewinnes an Steuern an seine Flaggenstaaten), der massiven Umweltschäden wie den zerstörten Fjorden in Norwegen und Island oder der zerstörten Lagune in Venedig und ihren enormen Treibhausgasemissionen, welche unsere Klimakrise nur noch weiter antreiben (Menschen an Bord eines Kreuzfahrtschiffes stoßen durchschnittlich 18 mal so viel Treibhausgase durch ihren dortigen Lebensstil als ein durchschnittlicher Europäer und damit ca 60 Mal soviel wie das Ökosystem Erde langfristig ohne starke Erwärmung Vertragen würde).

„So darf Urlaub nicht aussehen“ so ein Redner der Turbo Klima Kampf Gruppe zusammenfassend und traf damit den Tenor der Anwesenden.

Wir bedanken uns bei allen Anwesenden, Unterstützer*innen für die schöne, entspannte Kundgebung.

Ebenfalls möchten wir uns bei der Polizei bedanken, welche, sichtlich nervös mit ca 15 Beamten und zwei ständig patrouillierenden Booten (keine Ahnung, was die von uns erwarten 😀 ), die ganze Zeit für unsere Sicherheit gesorgt hat und uns ermöglicht hat unsere Versammlung dort abzuhalten, wo eine solche Versammlung Sinn macht, nämlich genau da, wo uns die Leute hören, die wir erreichen möchten.

Auf hoffentlich nicht mehr allzu viele Kundgebungen bis zum Ende der Kreuzfahrt in Kiel und anderswo.

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