CSD Kiel 2026 Bericht

Gestern war in Kiel wieder CSD. Im Vorfeld hatten wir einen offenen Brief an die CSD-Orga veröffentlicht, in dem wir kritisieren, dass die Polizei zum Straßenfest eingeladen wird, um dort einen Stand zu machen, während ein Stand mit Polizeikritik durch die CSD-Orga untersagt wird. Sowohl angesichts der namensgebenden Aufstände gegen Polizeigewalt, auf die der CSD zurückgeht, als auch im Hinblick auf die queerfeindlichen Strukturen in
der Polizei, die auch heute bestehen, ist das für uns geradezu absurd.
Erfahrungsberichte queerer Personen zu Polizeigewalt könnt ihr in unserem letzten Beitrag lesen.

Gestern haben wir dann neben dem Straßenfest durch eine Kletteraktion unserer
Kritik einen Raum gegeben. Ein Transparent mit der Aufschrift „First Pride was a riot – we will not be quiet“ wurde aufgehängt während am Boden Menschen geflyert haben. Viele Menschen unterstützten diese Aktion, wir haben gut Gespräche führen können und uns wurde Wasser vorbeigebracht. Auch vom @fridaysforfuture.kiel Trecker aus, der Teil
der Demo war, wurde auf die Aktion hingewiesen und uns Solidarität ausgesprochen.

Auf dem Straßenfest war natürlich wieder der Polizeistand, der seit Jahren mit dabei ist und schon seit Jahren immer wieder kritisiert wird. Er war direkt bei der Bühne und war bestückt mit vier uniformierten Polizist*innen. Der Stand wurde von  einigen Menschen mit Bannern und Prideflags blockiert, zwischenzeitlich wurden zur Identitätsfeststellung mehrere Menschen in Gewahrsahm genommen. Der Protest wurde, nun ohne den ganzen Stand zu blockieren, fortgeführt; einige Menschen schlossen sich spontan dem Protest an, mit Kreide schrieben Menschen „no cops“ und „acab“ auf den Boden des Rathausplatzes. Auch hier kamen Aktivist*innen mit anderen Besucher*innen des Straßenfestes ins Gespräch.
Der Tag hat wieder gezeigt, dass es viel Gesprächsbedarf zu Polizeikritik gibt und diese auf dem CSD stattfinden muss. Eins bleibt klar: Stonewall was a riot – we will not be quiet!

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