Fahrrad-Demo gegen Autobahnbau, die Südspange und für eine klimagerechte Verkehrswende

Am 24. April (#GlobalStrike) möchten wir (auch) unter dem Slogan „Ausreichend Abstand brauchen wir nicht erst seit Corona!“ mit Fahrrädern und provisorischen Abstandshaltern, z.B. hängenden Gerüsten oder Poolnudeln, für klimagerechte Mobilität demonstrieren! Um die Südspange und den Ausbau der B404 zur Autobahn zu verhindern, werden wir auf eben jener Bundesstraße einen in der Planung vorgesehenen Streckenabschnitt mit unseren Fahrrädern abfahren und uns die Straße zurückerobern.

Ablauf / Besonderheiten der Demo

Wir treffen uns mit Fahrgestell um spätestens 13:00 Uhr im Hornheimer Weg, wo wir uns entlang der Straße sortieren, damit alle Teilnehmer_innen ausreichend Platz haben. Dort werden wir uns auch Zeit nehmen, um ggf. noch vorbereitete Bauteile, Abstandshalter und geräumige Schilder an den Fahrzeugen anzubringen.

Pünktlich um 13.15 Uhr fahren wir gemeinsam am Barkauer Kreuz stadtauswärts auf die B404 auf. Wir befinden uns dann schon auf dem normalerweise für den Radverkehr gesperrten Abschnitt der Straße, den der Kieler Stadtrat zur Autobahn machen will, folgen der Straße für ~1.5 km und wenden dann (Meimersdorfer Moor). Die Demo endet am Hauptbahnhof.

Und natürlich: Wir befinden uns in einer Pandemie und ein Impfstoff ist vorerst nicht in Sicht. Wir bitten euch, das ernst zu nehmen, achtsam zu sein und den Anderen viiiiiel Platz zu lassen!

Update: Die Demo wurde von der Versammlungsbehörde so bestätigt, ist also alles erlaubt. Es gibt die Auflage, hintereinander zu fahren, ausreichend Abstand zu halten und Vermummungspflicht: „Alle Versammlungsteilnehmende müssen aus infektologischen Gründen einen Mund/Nase-schutz tragen bzw. Mund und Nase durch Schals oder Tücher verhüllen“ – bringt also entsprechende Kleidungsstücke für euch mit.

Demoroute und Flächenbedarf der geplanten Baumaßnahmen

Aufruf

Im Schatten der Corona-Krise (wie immer) droht das Aufschieben und Scheitern der Verkehrswende. Die europäische Autoindustrie will die bisher ausgehandelten Klimaziele nicht länger verfolgen, um ihre momentanen finanziellen Verluste auszugleichen. Ihre deutschen Vertreter fordern eine neue Abwrackprämie und erhalten Zuspruch aus der Politik. Und während mancherorts noch das Verweilen im Freien verboten ist, sollen ab nächster Woche Autohäuser wieder öffnen – nur besonders weit fahren dürfen wir auch mit neu gekauften Autos nicht.
Es ist also kein geeigneter Zeitpunkt, um den Kampf für eine (klima-)gerechte Verkehrswende auch nur kurz auszusetzen!

Ausreichend Abstand fordern wir nicht erst seit Corona!

Am 24. April möchten wir (auch) unter dem Slogan „Ausreichend Abstand fordern wir nicht erst seit Corona!“ mit Fahrrädern und provisorischen Abstandshaltern, z.B. hängenden Gerüsten oder Poolnudeln, für klimagerechte und sozial gerechte Mobilität demonstrieren!

Autobahnausbau nicht in Kiel und nirgendwo!

Gerade in Kiel scheint man die Verkehrswende konsequent verschlafen zu wollen. Denn anstatt sich mit dem Schutz von Radfahrenden und weiteren ökologisch nachhaltigen Verkehrskonzepten auseinanderzusetzen, wird sich auch hier lieber weiter mit der Förderung umweltschädlicher Blechkarren beschäftigt. Die Planungen am Ausbau der B404 zur A21 und Bau der vierspurigen Anbindung nach Gaarden, der sogenannten Südspange, durch den Kieler Grüngürtel gehen weiter. Um diese verfehlte Planung in Kiel zu verhindern, werden wir auf eben jener Bundesstraße einen in der Planung vorgesehenen Streckenabschnitt mit unseren Fahrrädern abfahren und uns die Straße zurückerobern. Wir schließen uns damit den Forderungen zum Stopp der Straßenbaupläne im Kieler Süden des Bündnisses „Vorfahrt für den Klimagürtel“ an.

Ökosysteme erhalten!

Für die geplanten Baumaßnahmen müssen zahlreiche Kleingärten, Grünflächen, Wald, Bahngleise und Gebäude weichen. Diese sind wichtige Rückzugsorte für Mensch und Natur zugleich. Die Kleingartensiedlungen bieten Raum für geschützte Tierarten wie Kreuzotter und Ringelnatter. Die betroffenen Grünflächen ermöglichen uns als naturnaher Freiraum ein besseres Leben in der Stadt. Gerade jetzt, wo Sport- und Spielplätze abgesperrt sind, brauchen wir Spielstraßen statt Autoverkehr!

Hört auf die Schüler_innen – Klimawandel verlangsamen!

Straßenverkehr trägt mindestens 3-fach zum Klimawandel bei: 1. Durch die Produktion der Fahrzeuge; 2. Durch die Verbrennung fossiler Treibstoffe; und 3. Durch den Straßenbau, für den Ressourcen verbraucht werden, Emissionen erzeugt und für den Lebensräume verschwinden, die ansonsten CO2 speichern würden.
Mit unserer Demo am 24.4. schließen wir uns dem Globalen Klimastreik an, zu dem Fridays For Future aufgerufen hat und der dieses Mal nicht in Form einer großen Versammlung stattfinden kann.

Infektionsschutz und Verkehrswende kombinieren!

Erste Studien geben Hinweise darauf, dass eine hohe Feinstaubbelastung und Corona-Sterblichkeit zusammenhängen könnten. Es liegt nahe, dass die Vorbelastung der Lunge durch Feinstaub anfälliger für das Virus machen könnte. Plausibel ist auch, dass Viren auf Feinstaubpartikeln durch die Luft und in die Lunge transportiert werden könnten.
Um Krankenhäuser zu entlasten und Kapazitäten für Corona-Patient_innen zu schaffen, müssen Verkehrsunfälle dringend verhindert werden. Dabei helfen nachweislich ein Tempolimit auf Autobahnen und sichere Fuß- und Radwege. Gerade jetzt sind viele Menschen besonders auf ihr Fahrrad angewiesen. Gleichzeitig hat der motorisierte Verkehr in Kiel um 40% abgenommen. Zeit, Fahrstreifen umzuwidmen!

Systemwandel statt Klimawandel!

(Klima-)gerechte Mobilität ist unaufschiebbar, denn wir befinden uns inmitten einer globalen ökologischen Krise. Unendliches Wachstum und Profitstreben stehen im Widerspruch zu den begrenzten Ressourcen des Planeten. Für ein Wirtschaftssystem, das die Bedürfnisse aller Lebewesen sowie ökologische Kreisläufe in den Mittelpunkt stellt!

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